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Hörmal | 03.01.2021 | 07:45 Uhr

Mitmachen

Es geht nur, wenn alle mitmachen. Nur gemeinsam kann das Volk die Krise überstehen. Es gibt klare Regeln. Und die nützen nur, wenn alle sie befolgen.

Sie sind in der Wüste unterwegs. Vor dreieinhalb tausend Jahren. Aus Ägypten sind sie geflüchtet. Dem Ort, wo sie brutal ausgebeutet worden waren. Jetzt sind sie auf dem Sinai. Haben keine Vorräte mehr. Sind kurz vorm Verhungern. Da finden sie eine seltsame Speise. Immer morgens liegt sie auf dem Boden. Wie Tau. Frisch gesammelt und verzehrt ist sie gut essbar und schmeckt wie Semmel mit Honig. Am nächsten Tag aber wird sie ungenießbar.

Manna nennen sie es. Für das Einsammeln gibt es klare Regeln: Jeder darf soviel nehmen, wie er oder sie braucht. Aber nur die Menge für einen Tag. Bunkern ist verboten und steht unter Strafe. Mose, der Anführer, gibt dem Volk diese Regel. Er beruft sich auf Gottes Willen. Und auf die praktische Erfahrung.

Die Mehrheit hält sich daran. Weil sie weiß: So reicht es für alle. So stärkt es die Gesundheit. Und so vermeiden wir eine Epidemie, weil niemand Verdorbenes isst. Die Regel ist nicht nur ein Gebot von ganz oben. Sie ist auch vernünftig. Jedem, der mitdenkt, leuchtet das ein.

Aber es gibt auch eine Minderheit. Querköpfe. Querulanten. Sie haben ganz gemischte Motive. Egoismus: Warum soll ich mich unterordnen? Es geht doch um mein Leben. Misstrauen: Wer weiß, ob morgen wieder neues Manna kommt? Konkurrenz: Was ist, wenn die anderen heimlich horten und nur ich der Dumme bin?

Vermutlich blühen unter den Querköpfen auch Verschwörungstheorien. Mose beruft sich auf Gott. Aber wahrscheinlich verfolgt er einen geheimen Plan. Er und die anderen da oben. Wahrscheinlich legen sie selbst Vorräte an. Und dann lassen sie von einem Tag auf den anderen das Volk verhungern. Um es durch ein anderes Volk zu ersetzen.

Querköpfe gibt es anscheinend immer. Oft sind gesunde Zweifel ja auch ganz hilfreich. Um Festgefahrenes zu hinterfragen. Das gilt auch heute. Besonders, wenn die Querdenker überzeugende, vernünftige Argumente aufbieten können. Denn nur dann verdienen sie diesen Namen.

Es gibt aber auch Situationen, in denen das gefährlich für alle wird. Wenn die Not es erfordert, dass alle mitmachen. Weil das Programm zur Rettung nur greift, wenn niemand sein eigenes Süppchen kocht. Bei der Masernimpfung zum Beispiel, wo einzelne Verweigerer große Erfolge wieder zerstören können.

Und Mose? Der muss damals durchgreifen. Das Manna wird zentral gesammelt und verteilt. Als alle sich fügen, überlebt das Volk. In besonderen Grenzsituationen ist Trotz unreif und unverantwortlich. Und die Pandemie heute kann nur überwunden werden, wenn alle mitmachen.

 

 

Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmut

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