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Hörmal | 25.07.2021 | 07:45 Uhr

Bloß raus hier!

Stellen Sie sich vor, Sie können mal wieder nicht einschlafen. Sie wälzen sich herum und starren auf die Zahlenspiele Ihres Radioweckers. Und plötzlich hören Sie Gott rufen: „Steh auf! Komm raus! Die Zukunft wartet.“ Und Sie wissen im selben Augenblick: Mensch, das ist wirklich Gott, der da ruft. Kein Zweifel. Was ist Ihr erster Gedanke?

 

Ich denke so: „Super! Passt! Gerade noch Lockdown. Homeoffice. Immer dieselben Nasen.

Wo soll´s denn hingehen, Gott? Hab ich vielleicht einen Wunsch frei? Madeira?“

 

Und Gott sagt: „Mmmh. Warte mal. Ich war noch nicht zu Ende. Will sagen:

Leben ist mehr. Leben ist mehr als Homeoffice, Erfolg, Gewohnheit, Sicherheit. Leben ist sogar mehr, als Du Dir erträumst. Sagen wir mal nachhaltiger als Madeira. Steh auf! Mach Dich auf die Socken. Ich komm mit.“

 

Für einen Moment zweifel ich: Sollte ich vielleicht doch besser den Termin bei meinem Therapeuten vorverlegen? Dann aber denke ich: Recht hat er! Nach eineinhalb Jahren Ausnahmezustand könnte einem vielleicht noch mehr einfallen als Urlaub. Wir hatten doch genug Zeit, nachzudenken. Gründe genug, den Dingen auf den Grund zu gehen.

 

Und da sind ein paar Fragen offengeblieben: Wohin soll´s eigentlich gehen? Ich meine, außer dass unsere ausgeliehene Welt nicht kaputt gewirtschaftet werden sollte. Gibt es darüber hinaus positive Ideen, die einen in Bewegung bringen? Und zwar weitreichender als Elektromobilität. Visionen für eine liebenswerte Zukunft, an der Kinder und alte Menschen, Nutzer und Ausgenutzte, Mutige und Ängstliche gleichermaßen teilhaben. Haben wir die Zeit der Pandemie genutzt?

 

Vor 3000 Jahren hat schon mal einer Gott rufen hören. „Steh auf! Komm raus!“ Der alte Mann verabschiedete sich und verließ seine vertraute Umgebung. Damals blieben auch ein paar Fragen offen. Mit all seinen Leuten und mit all seiner Habe zog er los. Seine einzige Sicherheit war die Zusage Gottes: „Ich komm mit und zeig dir, wo´s langgeht!“ Der alte Mann war Abraham und in biblischer Sprache klingt das so: „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein. Vertrau mir!“ Beides gehört untrennbar zusammen: Gesegnet, privilegiert zu sein und anderen zum Segen zu werden!

 

Dass alles so bleibt, wie es ist, darauf liegt kein Segen. Das wissen wir seit Abraham. Es geht um grundlegend andere Ideen. Wir alle sind zusammen unterwegs und wir teilen, womit wir gesegnet sind. Das ist die Basis. Die uralte Vision von einer gerechteren Welt, zu der wir raus gerufen werden.

Übrigens hilft die Zusage Gottes bei beidem: Raus zu kommen und gut schlafen zu können.

Einen schönen Sonntag!

 

 

Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmuth

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