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Kirche in WDR 2 | 12.08.2021 | 05:55 Uhr

Sterbehilfe

Alt werden ist nichts für Feiglinge. Sagt man so. Stimmt aber auch.

Es ist alles nicht mehr so leicht wie früher. Mal eben schnell die Treppe rauf oder runter.
Der Weg zum Bäcker und zum Supermarkt war auch schon mal kürzer.
Mittlerweile bin ich beim Fernseher bei Lautstärkestufe 75, um überhaupt noch was zu verstehen. Und Maskenpflicht und Brille zusammen – das geht ja gar nicht. Im Supermarkt bin ich regelmäßig blind.

 

Manches geht – manches geht nicht. Wünsche, Träume sind auch noch da.
Geht halt nicht alles auf einmal, aber wer weiß…vielleicht nächstes Jahr…

Was aber, wenn was passiert. Und das kann in unserem Alter ja schnell gehen.
Schlaganfall, das Herz, oder vielleicht Demenz? Was dann?
Dann brauchen wir Hilfe, das geht dann nicht mehr mit Bordmitteln.

Natürlich - unsere Kinder würden alles für uns tun. Das weiß ich. Aber sie können eben auch nicht alles stemmen. Zeitlich nicht und finanziell auch nicht.
Wir wollen ihnen auf keinen Fall zu Last fallen, wollen keine Belastung sein. Sie sollen doch ihr eigenes Leben genießen können.

Im Februar hat das Verfassungsgericht entschieden, dass es auch in Deutschland eine Möglichkeit geben muss, seinem Leben mit ärztlicher Hilfe ein Ende zu setzen. Freiwillig. Selbstbestimmt. In Belgien, Holland, der Schweiz geht das schon länger.

Ich habe Angst. Ich habe Angst davor, eines Tages zu denken, dass ich eigentlich gehen müsste. Weil ich zu viel Arbeit mache, zu sehr Last bin, weil meine Pflege zu teuer ist und das Erbe aufzehrt. Ich möchte nicht jeden Morgen mit der Frage aufwachen: Ist es heute soweit?

Ich habe Angst davor, dass meine Kinder sich meinen Tod wünschen.
Wie sollen sie denn mit diesem Gefühl weiterleben?

Niemand möchte für andere eine Belastung sein. Aber die Solidarität, die Hilfe und Unterstützung zwischen den Generationen gehört zum Menschsein dazu, seit Anbeginn der Schöpfung.

Wir sind geschaffen nach dem Ebenbild Gottes. Und aufeinander angewiesen. Und in Gottes Hand liegt unser Leben und Sterben. Hab ich im Konfirmandenunterricht gelernt.

Ich möchte nicht in eine Situation kommen, dass wir, meine Kinder und ich, uns meinen Tod wünschen. Keine Schmerzen, kein Leiden klar. Aber das kriegen die Palliativmediziner inzwischen sehr gut hin.
Aber ich möchte wissen, dass mein Leben in Gottes Hand liegt. Das möchte ich nicht an Ärzte delegieren.

 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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