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Kirche in WDR 2 | 26.10.2021 | 05:55 Uhr

Ein Original

„Ich möchte die beste Version meiner Selbst sein“ bei diesem Satz schaudert es mich. Was für ein Anspruch! Das bestmögliche Rausholen aus mir – es gibt bestimmt Menschen, für die das ein guter Antreiber ist. Für mich klingt das nach Überforderung. Nach der kleinen Schwester des Perfektionismus – und den halte ich für unmenschlich. Das perfekt sein überlasse ich Gott.

Ich glaube nämlich: Wir sind nicht zur Perfektion gemacht. Von Gott so gar nicht gedacht. Eher zum wieder neu anfangen, wenn wir scheitern. Und zum Verzeihen, wenn es anderen so geht. Dazu, nachsichtig mit uns zu sein, wenn wir schon wieder keinen Sport gemacht oder den Hochzeitstag vergessen haben. Unperfekt menschlich eben.

Mich schaudert es so bei dieser „beste Version meiner Selbst“ – Idee, weil ich das durchaus kenne, dieses: „es möglichst perfekt machen wollen“. Und mich dann ärgern, weil das natürlich nicht klappt. Und ich kenne als Seelsorgerin reichlich Menschen, die darunter sehr leiden. Darunter, ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

Sie fangen an, immer kleiner von sich zu denken. Und das halte ich für ungesund. Ich glaube: Gott denkt groß von uns und er möchte, dass wir uns mit seinen Augen sehen: Großartige, immer wieder scheiternde, manchmal auch ganz schief gewickelte Menschen, die sich immer wieder aufmachen, es neu zu versuchen. Und dabei dazulernen, was wichtig ist.  

Vor einigen Jahren habe ich mir ein anderes Ziel gesetzt: „So gut wie möglich“ heißt mein Anspruch an mich. So gut wie möglich arbeiten, lieben, leben. Scheitern inklusive. Denn mein „so gut wie möglich – Ansatz“ berücksichtigt, was sonst noch ist. Wenn ich nämlich gerade Tage voller Überstunden habe, dann ist das Fertiggericht mal das richtige Abendessen – so gut wie möglich eben. Mein Beitrag, den sie gerade hier hören? So gut wie möglich. Kontakte zu anderen halten – das mache ich, so gut, wie gerade möglich.

So gut leben oder sein, wie es mir gerade möglich ist – nicht mehr, nicht weniger. Das ist für mich der genau richtige Anspruch an mich selbst. Anfälle von Faulheit, Vergesslichkeit und Dickköpfigkeit inklusive. Und das darüber lachen können. Über mich lachen können. Genauso wie das darüber freuen, wenn es gerade ziemlich gut läuft. 

Ich bin keine Version von mir selbst. Ich bin ich. Und ich freue mich über jeden und jede, die sich das auch erlauben kann.

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