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Kirche in WDR 2 | 17.11.2021 | 05:55 Uhr

Homeless Jesus

Kunst ist eine Form der menschlichen Kommunikation, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen will. Kunst ist oft herausfordernd und provokativ. Und darum löst Kunst auch manchmal Einsätze der Polizei aus.

Vor einem Jahr, im Oktober 2020 wurde der Polizei in Bay Village, US-Bundestaat Ohio gemeldet, dass trotz herbstlich niedriger Außentemperaturen auf einer Bank in Nähe der St.-Barnabas-Kirche ein möglicherweise Obdachloser Mann schlafe. Die Streifenwagenbesatzung erkannte rasch, dass es sich um eine Skulptur aus Bronze handelte. Eine Männergestalt, eingewickelt in eine Decke, das Gesicht nicht zu erkennen. Nur die Füße lugten hervor. Und diese Füße hatten Wundmale von Nägeln.

„Homeless Jesus“ - Obdachloser Jesus hat der kanadische Bildhauer Timothy Schmalz sein Werk genannt, dass er 2013 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Die Skulptur soll die Bibelstelle Matthäus 25, 40 bildlich darstellen: "Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Mittlerweile sind Kopien der Skulptur vor unzähligen Kirchen weltweit aufgestellt. Sogar im Vatikan gibt es eine, versehen mit dem Segen des Papstes.

Nach biblischer Botschaft sind alle Menschen nach dem Abbild Gottes geschaffen und ihr Leben besitzt einen heiligen Wert– auch die von der Gesellschaft oft weggeworfenen Leben. Homeless Jesus erinnert daran, dass der Zimmermann aus Nazareth sich mit den Ausgestoßenen seiner Zeit identifiziert hat.

Wir steuern im Moment mit großen Schritten auf die Advents- und Weihnachtszeit zu. Die meisten unserer Mitmenschen freuen sich auf Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern, Weihnachtsgottesdienste. Vielleicht haben wir ja Glück und bekommen trotz Klimawandel weiße Weihnachten? In diesem Falle ist des einen Wunsch aber des anderen Alptraum. Denn wer auf der Straße lebt, für den ist Schnee und Frost mitunter lebensbedrohlich. Und dann tun wir gut daran, den auf einer Parkbank oder auf der Straße schlafenden Jesus nicht zu übersehen.

Durch die Berichterstattung in den Medien hat die St. Barnabas Gemeinde übrigens Spenden aus dem ganzen Land erhalten, die nun der Obdachlosen Hilfe zugutekommen.
Dabei sei es gar nicht das Ziel gewesen, möglichst viele Spenden zu generieren, schreibt die Gemeinde auf ihrer Homepage. "Es geht uns darum, ein allgemeines Bewusstsein sowohl für Obdachlosigkeit als auch für den heiligen Wert allen Lebens zu schaffen, ein allgemeines Bewusstsein, von dem wir glauben, dass es im Laufe der Zeit erhebliche Auswirkungen haben kann."

 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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