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Kirche in WDR 2 | 24.01.2022 | 05:55 Uhr

Gemeinsam durchstehen

Natürlich ist es keine besonders originelle Idee, das weiß er selbst. Aber ihm fällt nichts Besseres ein, also greift er auf den Klassiker zurück und versteckt die Schnapsflasche in seinem Schreibtisch. Ganz hinten in der untersten Schublade, zwischen allerlei Zeug, das er selten braucht. Was er allerdings immer häufiger braucht, ist ein ordentlicher Schluck aus dieser Flasche. Bei Stress oder wenn er nicht gut drauf ist. Um dem Druck zu begegnen oder sich zu beruhigen. Oder weil er das Gefühl hat, diesen Schluck, den hätte er jetzt einfach verdient.

Dass das auf die Dauer nicht gut geht, liegt eigentlich auf der Hand. Aber er verdrängt diesen Gedanken. Statt nach einem Ausweg zu suchen, treibt er immer weiter in die Sucht hinein. Obwohl er die ganze Zeit fürchtet, dass seine Frau die Flasche im Schreibtisch findet.

Tatsächlich entdeckt seine Tochter den Schnaps. Das ist ihm echt unangenehm, denn die Tochter hätte er gern aus seinen Problemen herausgehalten. Dazu ist es nun zu spät. Trotzdem macht er erst einmal weiter wie bisher.

Erst als er seinen Führerschein verliert, kommt er langsam zur Besinnung. Zumal ihn dann auch noch seine Frau vor die Wahl stellt: „Entweder machst Du jetzt eine Therapie! Oder ich bin weg. Mit unserer Tochter. Überleg’s dir also: Deine Flasche oder deine Familie!“ Erst da kriegt er endlich die Kurve und macht einen Entzug.

In den kommenden Wochen erfährt er eine Menge Geschichten. Er hört von Menschen, die durch die Sucht alles verloren haben: Beruf, Familie, finanzielle Existenz. Und er weiß: Hätte seine Frau nicht Klartext mit ihm geredet, wäre ihm das auch passiert. Denn von alleine hätte er nie aufgehört.

Irgendwann fragt er seine Frau, warum sie diese ganze Zeit mit ihm durchgestanden hat. Und sie erzählt ihm: „Eigentlich hatte ich alle Hoffnung aufgegeben. Mit unserer Ehe und mit dir war ich fertig. Aber dann hab‘ ich mich an unseren Hochzeitsspruch erinnert: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht!“ (Josua 1, 5) Weißt du noch? Der Pastor damals im Gottesdienst, der hat das so erläutert, dass Gott diesen Satz zu uns sagt. Und gleichzeitig sagen wir beide ihn auch zueinander: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht!“ Als mir das wieder eingefallen ist, war ich bereit, dir noch eine letzte Chance zu geben. Denn: Wenn das wahr ist, dass Gott uns nicht fallen lässt - dann hab‘ auch ich die Kraft, bei dir zu bleiben. Dann stehen wir das gemeinsam durch!“




Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius



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