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Kirche in WDR 2 | 28.01.2022 | 05:55 Uhr

Die Welt danach

Manche sagen, die Welt nach Corona wird eine andere sein. Es ändere sich gerade alles! Nicht nur die Art und Weise, wie wir uns begegnen bzw. nicht begegnen: Wir halten Abstände und Hygieneregeln ein, gehen auf Distanz, treffen uns virtuell, zoomen bis uns der Schädel brummt. Auch wirtschaftliche Strukturen und Prozesse verändern sich. Der Einzelhandel und die Gastronomie spüren das massiv. Millionen Menschen sind in Kurzarbeit. Freiberufler, Künstlerinnen und Künstler können ihre Mieten nicht mehr bezahlen.


Andere wiederum sagen, die Welt nach Corona werde keine andere sein als unsere bisherige. Die wirtschaftlichen Interessen suchen sich nur neue Märkte. Vielleicht gibt es in Zukunft noch mehr Verlierer im System.


In den Kirchen sind wir gezwungen, uns auf eine Welt nach Corona vorzubereiten. Gemeinden und Arbeitsgebiete müssen völlig neu aufgestellt werden. Die Pandemie offenbart, dass Kirche nicht mehr „systemrelevant“ ist. Den aktuellen Fragen der Menschen gegenüber wirkt sie oft sprachlos. Stattdessen antwortet sie auf Fragen, die schon lange nicht mehr gestellt werden. In den abendlichen Talk-Shows haben VirologInnen, VertreterInnen der Wirtschaft, der Politik und der Medien die Deutungshoheit. Theologinnen und Theologen, deren Kernkompetenz im Verstehen von Leid und lebenswerter Zukunft liegt, kommen in der Öffentlichkeit nicht mehr vor. Dabei sind sie doch - neben anderen - Experten bei der Frage nach dem warum und wofür.


Eigentlich geht es für uns alle darum zu verstehen, wo wir sind, was seit langem – nicht erst seit Corona – schief läuft und vor allem: Wie wir uns die Welt in Zukunft vorstellen. Dabei kann die Pandemie tatsächlich zu notwendigen Veränderungen verhelfen. Bei der Kirche zum Finden einer neuen Rolle in der Gesellschaft, zu einer kreativen Widerständigkeit. Als eine „Kirche des Wortes“ hat sie die Chance, eine neue Sprache zu erfinden. Eine Sprache, die verbindet. Eine Sprache, wo „Ungerechtigkeit“ und „Diskriminierung“ aus dem Wortschatz gestrichen sind. Eine Sprache der Liebe, die allen Menschen Leben zugesteht. Nicht nur denen, die sich eine Boosterimpfung und Homeoffice leisten können.


Wenn etwas systemrelevant sein sollte, dann: Liebe. Sie könnte in Zukunft die Art und Weise, wie wir uns begegnen und miteinander umgehen, wie wir die Welt sehen und gestalten, völlig verändern. Die Welt würde dann tatsächlich eine andere. Es ist dringend nötig! Um der Menschen willen. Um Gottes willen.


Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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