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Kirche in WDR 2 | 02.04.2022 | 05:55 Uhr

Kinoverkündigung

Rahim Soltani ist eine tragische Figur. Er möchte alles richtig machen und macht vielleicht gerade deshalb alles falsch. Die Geschichte dieses Mannes erzählt der Film „A Hero – Die verlorene Ehre des Herrn Soltani“, der seit Donnerstag im Kino läuft:

O-Ton Warum sind Sie jetzt im Gefängnis? – Ich hab’ einen Kredit aufgenommen, um eine Firma zu gründen. Mein Partner ist leider mit dem Geld abgehauen.

Und wer seine Schulden nicht bezahlen kann, bekommt eine Haftstrafe – nicht nur im Iran. Rahim ist gerade auf Freigang, da findet seine Freundin eine Handtasche mit Goldmünzen. Sie gibt den Fund an Rahim weiter, damit der einen Teil seiner Schulden bezahlen kann. Rahim aber möchte das Gold nicht einfach für sich verwenden. Um seine Freundin nicht zu belasten, gibt er sich selbst als Finder aus. Und dann macht er sich auf die Suche nach der Person, der die Tasche und das Gold gehören:

O-Ton Ich bin nicht geschäftlich hier, ich hab‘ nur eine Frage: Wissen Sie, ob jemand nach einer verlorenen Handtasche gefragt hat? – Wieso? – Ich hab‘ da nämlich Gold gefunden.

Von dieser erstaunlichen Geschichte eines seiner Insassen, der sich als ehrlicher Finder zeigt, hört Rahims Gefängnisdirektor. Er gibt dem Lokalfernsehen einen Tipp. Der Sender stellt Rahim als moralisches Vorbild heraus. So wird Rahim in den sozialen Medien zum Helden. Eine Hilfsorganisation sammelt Geld, damit er seine Schulden bezahlen kann. Eine Firma macht ihm ein Jobangebot. Doch dann kommen Gerüchte auf, von denen auch der potenzielle Arbeitgeber hört:

O-Ton Bevor wir Sie hier anstellen können, muss ich natürlich einigen Dingen erst mal auf den Grund gehen. – Welchen Dingen? – Uns sind da Gerüchte zu Ohren gekommen. – Was für Gerüchte? – Dass Ihre Geschichte vielleicht frei erfunden ist.

Rahims Geschichte stimmt aber weitestgehend. Nur hier und da hat er ein bisschen geschwindelt – und das in aller Regel in guter Absicht, etwa, um anderen etwas zu ersparen. Diese Schwindeleien, untermauert durch böswillige Gerüchte, fallen ihm am Ende vor die Füße: Lügen haben kurze Beine.

Lügen ist aber auch menschlich. Wenn Kinder schwindeln, haben sie einen wichtigen Entwicklungsschritt geschafft, sagen Erziehungswissenschaftler.

Gelogen wurde schon immer, davon erzählt auch die Bibel. Der von Gott vorgesehene Stammvater Abraham zum Beispiel hat seine Frau Sara zur Lüge angestiftet, um nicht getötet zu werden (vgl. Gen 12,12). Der Apostel Petrus hat dreimal gelogen, er kenne Jesus nicht (vgl. Mt 26,69-75). Und trotzdem hat Jesus weiter auf Petrus gesetzt.

Das achte der biblischen zehn Gebote sagt auch nicht: „Du sollst nicht lügen.“ Tatsächlich sagt es: „Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen“ (Ex 20,16). Das bezieht sich auf Zeugenaussagen vor Gericht, aber auch ganz allgemein auf das menschliche Miteinander: Ich soll keinen anderen schlecht machen. Und auch in den sozialen Medien nichts Falsches über andere verbreiten. Wenn sich mehr Menschen daran hielten, dann hätte nicht nur Rahim aus unserem Film weniger Probleme.

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Abspielen Foto: Michel Buchmann / Wikimedia
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