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Kirche in WDR 2 | 11.04.2022 | 05:55 Uhr

Das geht doch nicht!

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende auch schon wieder vorbei. Tja. Und am Ende dieser Woche, da steht das Osterfest. Es ist das wichtigste Fest der Christenheit. Denn es erzählt davon, dass das Leben stärker ist als der Tod. Davon, dass gerade da Hoffnung ist, wo Trauer, Traurigkeit und Trostlosigkeit sie hinweg gespült haben.

Aber wie wollen wir denn am Sonntag Ostern feiern? Wenn in Kiew und Odessa Kinder von Bomben und Gewehrkugeln getötet werden? Wo siegt denn bitteschön das Leben – auf der Kinderkrebsstation in Köln? Im Flüchtlingscamp auf Lesbos? Auf dem Schlauchboot vor Lampedusa? Wo ist denn da Ostern?

Tja. Darauf habe ich auch keine Antwort. Ich weiß nur, dass die Osterbotschaft gerade angesichts dieses unfassbaren Wahnsinns in der Welt total wichtig ist. Finde ich wenigstens. Ich kenne eine Frau, die hat in ihrem Leben ganz oft einen bestimmten Satz gesagt. Und irgendwann, als sie den Satz vielleicht zum hundertsten Mal gesagt hat, da habe ich nicht nur Ostern verstanden sondern auch, warum das Fest heute so total wichtig ist. Und der Satz dieser Frau ist „Das geht doch nicht!“

Wie oft hat sie diesen Satz gesagt! „Das geht doch nicht!“ Als in ihrer Straße Kinder kennen gelernt hat, die nicht richtig lesen konnten: „Das geht doch nicht!“ Und dann hat sie mit ihrem Mann die Lesepatenschaft für die Kinder übernommen. Andere sind noch nie im Museum gewesen. „Das geht doch nicht!“ Und dann sind sie zusammen hin. Sie hat alte Menschen getroffen, die einsam gewesen sind. „Das geht doch nicht!“ Und dann hat sie, wieder gemeinsam mit ihrem Mann, mit ihnen zusammen gemalt und die Bilder sogar ausgestellt. Und irgendwann habe ich verstanden: Da, wo jemand sagt: „Das geht doch nicht!“ – da ist Ostersonntag. Bei uns in der Straße, da ist ein Mann aus seiner eigenen Wohnung ausgezogen und hat sie einer ukrainischen Familie gegeben – auf unbestimmte Zeit. „Das geht doch nicht!“ Eine Kollegin hat mir von einer Aktion von Kindern erzählt, die hieß Waffeln statt Waffen. „Das geht doch nicht!“ Haben die Kinder gesagt Und haben Waffeln verkauft und dabei Geld für ukrainische Kinder gesammelt.

Und je mehr ich darüber nachdenke – wie oft sagen Menschen jeden Tag diesen Satz! „Ich helfe in der Bücherei, denn dass Kinder nicht lesen können – das geht doch nicht!“ „Ich kann es nicht zulassen, dass Menschen allein sterben. Das geht doch nicht. Im Hospiz kann ich ihre Hand halten.“ „Keiner weiß, wie viele Falken in Köln leben. Das geht doch nicht! Deswegen zähle ich sie und schreibe alle Nistplätze auf.“ Wo du hinguckst sagen Menschen: Das geht doch nicht! Sie gehen hinter Särgen her, zünden Kerzen an, gründen Hilfsaktionen, halten Hände, beten füreinander, wiegen Kinder in den Schlaf, spenden Geld, kochen Essen, geben Nachhilfe, pflegen Beete, sammeln Müll, schützen das Klima, machen sich Gedanken, sorgen für Frieden. Was für eine trostlose Welt wäre das sonst! Das geht doch nicht! Es muss doch Ostern werden. Nicht nur an diesem Montagmorgen.

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