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Kirche in WDR 2 | 03.05.2022 | 05:55 Uhr

Wachsen im Mai

Autor: Man macht im Leben manchmal absurde Dinge. Ich habe mich als Kind – ich glaube, ich war so sechs, sieben Jahre alt –in den Mairegen gestellt, weil ich wachsen wollte. Irgendein Erwachsener hatte mir gesagt. „Mairegen bringt Segen, da wächst jedes Kind, da wachsen die Blätter, die Blumen geschwind.“


Ich darf sagen: mit Erfolg! Ich bin gewachsen, in dem Alter sogar, wie ich fand, ziemlich schnell. Ich stand im strömenden Regen. Zog die Kapuze ab und ließ das Wasser vom Himmel an mir herunterlaufen. Ein tolles Gefühl! Seitdem habe ich zum Regen eine positive Einstellung.


„Mairegen bringt Segen, da wächst jedes Kind“ – Ich habe später erfahren, dass das eine alte Bauernweisheit ist.


Die Bauernregeln stecken schon voller Lebenserfahrung, wie das Zusammenspiel von Wetter und Erde, Schöpfung und Mensch gelingt. „Friede ernährt - Unfriede verzehrt.“ Auch eine Regel aus dem großen Schatzbuch der Bauernsprüche. Wie wahr, gerade auch in diesen Wochen. Unfrieden raubt einem Kraft, viel Kraft. Dagegen, da wo Frieden herrscht, nährt es einen, macht stark, zufrieden, ja glücklich. Frieden lässt Menschen wachsen.


Und diese Erfahrung höre ich auch aus dem Spruch für den heutigen Tag: „Mairegen bringt Segen, da wächst jedes Kind, da wachsen die Blätter, die Blumen geschwind.“ Klar, alle Pflanzen wollen wachsen und brauchen dafür Wasser. Und dieses Wasser können sie sich nicht selbst erzeugen. Es ist ein Geschenk. Ein Segen eben. Und das ist die Weisheit, die in diesem Vers steckt. Das, was uns im Leben wirklich wachsen lässt, das bekommen wir geschenkt: Luft und Wasser – Liebe, Vertrauen, auch Vergebung übrigens.


Vielleicht ist gerade der Mai ein guter Monat, Liebe, viel Liebe regnen zu lassen. Auf dass sich Menschen öffnen, auf dass Menschen aufgehen können. Vielleicht sogar über sich hinauswachsen ... in der Familie, im Beruf. Vielleicht sogar gerade dort, wo ein Lebensplan, ein Lebenskonzept vertrocknet ist, ausgezehrt, durch eine Krise, eine Krankheit, das Älterwerden …


Sobald der erste Tropfen fällt, werde ich rausgehen und überlegen, was für mich ein Segen ist und wo ich einem anderen Menschen zum Segen werden kann. Es braucht nicht viel: Lass ein bisschen Liebe regnen!



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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