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Hörmal | 17.07.2022 | 07:45 Uhr

Tag der Gerechtigkeit

Ob es wohl eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt? Also eine, die das Unrecht wett macht? Ich frage mich das gerade heute, am internationalen Tag der Gerechtigkeit. Und ich denke jetzt nicht an ein Weltgericht am Ende der Zeit, wie es mittelalterliche Bilder in so manch alter Kirche darstellen: Da sitzt Christus auf einem Thron mit einem Schwert im Mund, um über die Menschen zu richten. Und vor ihm tun sich auf: Himmel und Hölle. Gut, dass diese Bilder überholt sind, weil sie viel zu materiell gedacht sind und lange genug den Menschen Angst eingeflößt haben.

Dennoch bleibt ja die Frage nach einer ausgleichenden Gerechtigkeit. Gibt es die? Und wenn ja – auch schon in dieser Welt?

Ja, vielleicht schon etwas. Und das hat mit diesem internationalen Tag der Gerechtigkeit zu tun. Der geht nämlich zurück auf den 17. Juli 1998. Damals wurde in Rom von den Vereinten Nationen das sogenannte Rom-Statut unterzeichnet, ein völkerrechtlicher Vertrag, der die Geburtsstunde des Internationalen Strafgerichtshofs von Den Haag einleitete. 123 Staaten haben den Vertrag bis heute ratifiziert. Bei einer späteren UN-Mitgliederversammlung beschlossen die Versammelten den 17. Juli fortan zu feiern als Tag der Gerechtigkeit. Damit soll insbesondere darauf hingewiesen werden, wie notwendig ein weltweit verbindliches Völkerstrafrecht ist. Immerhin ist es das Ziel des Internationalen Strafgerichtshofs, Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen der Aggression zu bestrafen und zu verhindern. Dabei kann der Strafgerichtshof einzelne Personen belangen, keine ganzen Staaten oder Organisationen. So wurde zum Beispiel vor zehn Jahren das erste Urteil in Den Haag gesprochen über den früheren kongolesischen Milizenführer Thomas Lubanga. Ihm war unter anderem vorgeworfen worden, Kinder zwangsrekrutiert und zu Soldaten gemacht und sie dann eingesetzt zu haben, um zu töten und zu vergewaltigen. Ein klares Kriegsverbrechen.

Aktuell wird auf politischer Ebene geprüft, ob Wladimir Putin angesichts des Ukrainekrieges vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt werden muss und kann. Immerhin geht es hier nicht zuletzt um Kriegsverbrechen und ein Verbrechen der Aggression im Sinne des Angriffskrieges.

Ich weiß natürlich nicht, wie das alles ausgehen wird. Aber die Einführung des Internationalen Strafgerichtshofes ist ein weltweiter Fortschritt im Sinne einer größeren Gerechtigkeit. Und daran mit dem heutigen Gedenktag zu erinnern, ist sinnvoll. Allerdings darf es nicht bei dem Blick auf die großen Kriegsverbrecher bleiben, wenn es um die Frage nach ausgleichender Gerechtigkeit geht.

Da muss doch schon viel weiter unten angesetzt werden. Was kann ich, was kann jede und jeder von uns tun, damit es etwas gerechter in dieser Welt zugeht? Es fängt damit an, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und einem anderen den Vortritt zu lassen, ganz nach der Maxime (Mt 7,12): „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ – Und das nicht nur am internationalen Tag der Gerechtigkeit.

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