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Kirche in WDR 2 | 02.09.2022 | 05:55 Uhr

Ohne Verzichten klappt es nicht

„Et hätt noch immer jot jejange": Diese kölsche Lebensregel soll Zuversicht vermitteln: Es ist noch immer gut ausgegangen.

Doch inzwischen zweifeln viele: der Klimawandel, die Inflation, die Folgen des Krieges. Also wächst die Einsicht: Ohne Verzichten klappt es nicht. Das zeigt sich auch an den vielen Mails und Briefen zu mei­nen kleinen Beiträgen zum Thema, vor Ostern und vor zwei Wochen. Viele meinen: erzählen Sie doch noch, was die Menschen berichten.

Also hier noch einmal zum letzten Mal.

Mehrere erzählen, dass Verzichten sie glücklich gemacht hat, näherhin Rauchen aufhören, nicht dauernd etwas Süßes essen. Vor allem auch auf Alkohol verzichten, jedenfalls auf zu viel. Ein trockener Alkoholiker muss ja ganz verzichten! Schon eine Weinbrandbohne kann zum Rückfall führen! So sollte das kölsche Motto "Drink doch eine mett" nie über­trieben werden.

Die Buttercremetorte erwähnen mehrere. Nach dem Weltkrieg war sie wohl der Ausdruck des Wirtschaftswunders im Privaten. Mir hat sie nie geschmeckt, vor allem auch, dass meine Oma immer Nachschlag geben wollte. Verständlich ist natürlich, dass nach der Hungerzeit die Menschen fett genießen mochten. Im wahrsten Sinn des Wortes.

Der Streichhering an der Kordel über dem Tisch, an dem die Leute rundherum ihre Brotscheibe entlangstreichen, um etwas Geschmack zu bekommen, wurde von mehreren als real bestätigt. Ich hatte gefragt, ob diese Geschichte stimmen kann oder ein Fake ist. Der Hering kommt sogar in einem Buch vor.

Ein Hörer berichtet, dass Geschenkpapier aufgebügelt und wieder ver­wendet wurde. Das mache ich noch immer so. Auch wurde Lametta nach Weihnachten aufgebügelt, auch bei uns zu Hause. Inzwischen gibt es das ja aus ökologischen Gründen nicht mehr zu kaufen. Glücklich, wer noch aufgebügeltes hat.

Ein Hörer berichtet (Zitat): "Wir gingen auf den Hinterhof unseres Bäckers und klopften an die Scheibe der Backstube. Jeder bekam dann eine Tüte mit harten Kuchenresten, die Kanten vom Blechkuchen".

Hier galt offensichtlich das afrikanische Sprichwort: "Um Kinder groß­zuziehen, braucht es ein ganzes Dorf". Wunderbar!

Lustig ein Bericht über geriebene Möhren als Brotbelag. Die Mitschüler vermuten Lachs! Mehrere Hörerinnen und Hörer erzählen, dass sie auch in der Wohnung warme Pullover anhatten, um Heizkosten zu sparen.

Dass beim Baden am Samstag für die ganze Familie nur ein Badewasser in die Wanne kam, war oft Standard. Eine Familie berichtet, dass jeden Samstag eine oder einer zuerst rein durfte. So paart sich Verzicht und Sparen mit Gerechtigkeit.

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