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Kirche in WDR 2 | 12.09.2022 | 05:55 Uhr

Wenn Springspinnen träumen

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Und vielleicht sehe ich heute beim Gassigehen wieder diese einmalige wundervolle Hündin. Ganz langsam und würdevoll trottet sie hinter ihrem Herrchen her. Ihr Fell ist schon ganz grau. Als ich ihren Besitzer mal nach ihrem Alter gefragt habe, da hat er gesagt, dass sie bald 20 Jahre alt wird. 20 Jahre! Ein unglaubliches Alter für einen Hund! Große Hunde werden so 10 bis 12 Jahre alt. Und je kleiner die Tiere sind, desto älter werden sie. Aber 20 Jahre – das ist für einen Hund geradezu ein biblisches Alter. Manchmal denke ich, diese tolle Hündin lebt ewig. Sie kann nichts umhauen. Denn sein Besitzer hat mir mal erzählt, dass sie mal beim Plätzchenbacken in einem unbeobachteten Moment ein Plätzchenbackförmchen verschlungen hat. Da hätten sich er und seine Frau total erschrocken. Sie seien zum Tierarzt geeilt, der sie aber beruhigt habe. Bei diesem Alter sei es am besten abzuwarten. Zum Glück sei das Förmchen aus Silikon gewesen. Und tatsächlich sei es nach einigen Tagen bangen Wartens auf natürlichem Weg wieder ans Tageslicht gekommen. Und die Hündin habe alles gut überstanden. Gottseidank.

Und daran muss ich denken, wenn ich sie mal wieder über die Neusser Straße hier in Köln trotten sehe. Und dann muss ich lächeln. Wenn ich diese Hündin sehe, dann denke ich: In welch wunderbarer Welt darf ich leben! Und dann geht’s mir gut.

Neulich habe ich in der Zeitung gelesen, dass die Verhaltensbiologin Daniela Rößler jetzt herausgefunden hat, dass Springspinnen träumen. Eigentlich wollte sie etwas ganz anderes untersuchen. Aber dann hat sie beobachtet, dass sich die Springspinnen nachts an einem Faden aufhängen. Das ist an und für sich noch nichts Besonderes. Aber als die Forscherin die Spinnen die ganze Nacht durch eine Kamera beobachtet hat, ist ihr aufgefallen, dass die Beine der Tiere hin und wieder zucken. Und dass sie beim Zucken der Beine ihre Augen bewegen. Wie es auch Menschen und zum Beispiel Hunde tun, eben dann, wenn sie schlafen und dabei träumen.

Ist das nicht wunderbar? Ich meine, ist die Welt nicht wirklich liebeswert, in der sogar Spinnen träumen und in der es Menschen gibt, die nächtelang diese Tiere beobachten, um genau das herauszufinden?

Ich jedenfalls liebe diese Welt, in der Hunde und sogar Springspinnen träumen. Und sollte Gott eine solche Welt, in der Menschen und Tiere träumen können nicht auch liebhaben? Eben. Und deswegen habe ich mir überlegt: Feiern wir am Sonntag, den 25. September in der Kölner Agneskirche um 10 Uhr doch wieder einen Gottesdienst für all die wunderbaren Tiere. Für all die klugen Schweine, für die wunderschönen Vögel, für die träumenden Springspinnen, für all die Katzen und Meerschweinchen und Goldhamster. Wer will, der kann seinen Hund mit in die Kirche bringen. Klein oder groß, jung oder alt, egal. Einen Segen gibt’s dann auch noch. Denn in einer Welt, in der Menschen und Tiere träumen, da kannst du es gut aushalten. Nicht nur an einem Montagmorgen.

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