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Kirche in WDR 2 | 12.01.2023 | 05:55 Uhr

Das einzig Sichere im Leben

"Ich bin einfach entschieden gegen den Tod", hat Woody Allen mal in einem Interview gesagt, als man ihn auf sein fortgeschrittenes Alter ansprach. Eigentlich wird in jedem Alter gestorben. Aber in jüngeren Jahren ist das kein Thema. Dann schon eher im fortgeschrittenen Alter. Da gehört er hin, der Tod. Wobei - wenn man selbst in das fortgeschrittene Alter kommt, will man auch nicht dabei sein (Woody Allen).


Wir werden auf das einzig Sichere im Leben nicht vorbereitet. Dass wir alle sterblich sind, wird totgeschwiegen. Es geht darum, die Jugend zu erhalten - selbst im Alter. Damit wird in der Wirtschaft viel Geld verdient. Der Tod kommt im „normalen“ Leben nicht vor. Soll er auch nicht. Denn wem bewusst ist, dass er irgendwann einmal sterben wird, entwickelt u.U. ein anderes Konsum- und Entscheidungsverhalten.


Es ist spannend, was passieren kann, wenn einem der Tod plötzlich nahekommt. Ich weiß das aus eigener Erfahrung und aus der Begleitung von Sterbenden. Aber auch aus meiner Tätigkeit als Seelsorger von Inhaftierten, die sich über Jahre vom Leben verabschieden mussten. Was ich beobachtet habe:

Es stellen sich plötzlich ganz andere Fragen. Nichts ist mehr „normal“. Zwei und zwei sind nicht mehr unbedingt vier.

Außerdem wird man dankbar für alles, was trägt. z.B. die Erfahrung, geliebt zu werden und lieben zu können.

Und: Vorausgesetzt, man sehnt den Tod nicht als Erlösung herbei (was bei schlimmen Krankheiten sein darf), kann man zu einem ähnlich klingenden und doch ganz anderen Satz als Woody Allen finden: „Ich bin einfach entschieden - für das Leben!“ Die Kraft, die Energie, die in diesem Satz steckt ist hilfreich: für die eigene Entwicklung im Leben und für die Wahrnehmung von Welt.


Natürlich ist die Begegnung mit dem Tod erst mal schlimm. Vor allem für die, die bleiben.

Sie als Hörerinnen und Hörer haben mit Sicherheit ihre eigenen Erfahrungen machen müssen. Aber vielleicht kennen Sie das auch, dass die Begegnung mit dem Tod helfen kann, das Leben intensiver zu verstehen. Man lernt, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.

Es ist gut, sich darüber auszutauschen, was uns alle verbindet. Am Küchentisch vielleicht oder woanders. Nicht nur, um vorbereitet zu sein. Sondern wegen der Lebensqualität überhaupt. Und die betrifft nicht nur Menschen im fortgeschrittenen Alter.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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