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Kirche in WDR 2 | 25.01.2023 | 05:55 Uhr

Tag des Gegenteils

Wer mich näher kennenlernt, staunt nicht schlecht:

Mein Auto ist das dreckigste der Stadt und bei mir Zuhause ist es megaordentlich.

Ich bin Notfallseelsorgerin und habe ein Talent für Situationskomik.

Ich bin ein Workaholic und kann sehr gut gar nichts machen.


Ich finde: Ich bin kein wandelnder Widerspruch in sich, sondern einfach ich.

Gegenteile ziehen sich an. Die Spannung dazwischen ist beinahe zerreißend, mal einfach überraschend, oft lebendig, meistens kraftvoll.

Ich bin mit sehr unterschiedlichen Menschen befreundet. Und auch in mir habe ich Charakterzüge, die man als gegenteilig bezeichnen kann.

Heute ist mein Tag!


Denn heute ist der „Tag des Gegenteils“.

Ja, das wusste ich bisher auch noch nicht, aber ich feiere das.

Gegenteile sind super.

Ich wage, zu sagen: Nur wer gegenüber Gegenteilen offen ist, ist frei.

Oder: Nur wer auch schon mal das Gegenteil ausprobiert hat, weiß, was er oder sie wirklich tut.


Einfach immer nur lange Haare haben, kann ja jede – auch mal kurze oder sogar Glatze wäre die Erfahrung, die lange Haare zu wirklich langen Haaren macht.


Einfach alles haben, was man zum Leben braucht wird zur Gewohnheit, wenn man nicht auch mal versucht, mit dem Grundeinkommen auszukommen.


Was wirklich glücklich macht, weiß man erst, wenn man mal richtig traurig war.


Dieser Aktionstag will nicht nur, dass wir das so Abnicken: Dieser Tag will uns motivieren, mal das Gegenteil von dem zu tun, was wir sonst so machen.

Dieser Tag macht Mut, mal was zu wagen. Vielleicht sogar mal falsch liegen, anstatt einfach immer nur richtig. Mal länger zu brauchen, weil man was Neues ausprobiert hat.


Sich da aus der sicheren Zone, der Alltagsroutine rauszupuschen, das kann den Horizont erweitern. Vielleicht gibt es ja manchmal gar kein nur gut oder nur schlecht, kein hochjubelnd himmlisch oder wirklich unter- irdisch, kein rein göttlich oder rein menschlich sondern nur ein UND.

Vielleicht liegt zwischen den Gegenteilen der einzige Raum, in dem die Wahrheit hin und her tanzt. Was, wenn Gegenteile das sind, was unsere Identität ausmacht und auch die von Gott?


Gott ist allwissend – und zeigt sich gerne lernwillig.

Gott ist allmächtig – und will es gar nicht beweisen.

Gott ist gut – und hat keine Angst vor der Freiheit, die sich auch für das Böse entscheiden kann.


Ich will heute mal diesen Tag feiern. Das heißt, ich will mal neue Gegenteile ausprobieren. Ich habe noch keine Ahnung, wie ich das machen soll –und ich weiß es ganz genau.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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