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Hörmal | 23.06.2024 | 07:45 Uhr

Was wäre, wenn …?

Die ältere Dame, die ich zwei Tage nach ihrem 75. Geburtstag besuche, blickt mich nachdenklich mit ihren strahlend blauen Augen an. „Je älter ich werde, desto häufiger blicke ich auf mein Leben zurück.“ sagt sie. „Meine Freundin hadert viel mit ihrem Werdegang. Kein Tag vergeht, an dem sie nicht so etwas sagt wie, hätte ich doch lieber nicht so früh geheiratet und direkt Kinder bekommen. Hätte ich auf meinen Vater gehört, eine Lehre als Buchhändlerin gemacht. Hätte ich doch nur mit Klavier weiter gemacht oder wenigstens mit Ballett.“


Die Dame macht eine kurze Pause, lächelt mich an und sagt: „Bei mir ist es ganz anders. Nicht, dass mein Leben immer einfach gewesen ist. Auf manche Erfahrung hätte ich gern verzichtet, aber das ist eben mein Leben. Natürlich ertappe auch ich mich hin und wieder bei dem Gedanken, wenn ich damals anders entschieden hätte, dann…-Ja was denn dann? In meiner Phantasie wäre mein Leben dann einfacher und glücklicher gewesen, aber eben nur in meiner Phantasie. Was wirklich passiert wäre, weiß ich ja nicht.

Wenn ich ununterbrochen mit meinem Leben hadere, verbittere ich nur. Das will ich nicht. Ich muss auch loslassen, was ich vielleicht falsch entschieden habe. “


Die Worte der älteren Dame hallen noch lange in mir nach. Sie passen gut zu dem Tag heute, dem 23. Juni, dem amerikanischen „Let it Go Day“, dem Tag des Loslassens.

Er macht Mut, mit Geschehenem abzuschließen. Das ist aber leichter gesagt, als getan. Im Schattenboxen bin ich ganz gut und auch in dem oft selbstquälenden Spiel des „Was wäre gewesen, wenn…“. Solche Gedanken hindern uns aber nach vorn zu schauen und der Zukunft Positives zuzutrauen. Das meint auch Jesus, wenn er sagt: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (Lk 9,62) Das Leben kennt nur die Bewegung nach vorn. Was hinter uns liegt ist unverrückbar, starr.


Und wenn wir schon vorwärtsblickend die Hand an den Pflug legen, aber, weil es nur allzu menschlich ist, doch ab und an in den Rückspiegel sehen, dann hilft uns vielleicht der Cartoonist Meta Bene. In einem seiner Cartoons heißt es: „Auch mal stolz sein, auf was man alles nicht geworden ist.“ Das aufzulisten, könnte heute eine hilfreiche Übung sein, um loszulassen und die Gespenster der Vergangenheit zu entmachten.



Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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