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Kirche in WDR 2 | 25.06.2024 | 05:55 Uhr

Who cares?

Ich weiß jetzt, was Care-Arbeit ist, schreibt der Kollege im Chat. Dazu ein Bild, dass ihn bei Dingen zeigt, die er dafür hält, nämlich Post eintüten. Das hat wohl ein Witz sein sollen. Aber lachen kann ich darüber nicht.

Care-Arbeit oder Sorgearbeit ist, wenn jemand sich sorgt und kümmert. Also Kinder betreut oder Alte pflegt, die Familie unterstützt oder Freund:innen hilft. Bislang machen vor allem Frauen das, oft als unbezahlte Hausarbeit, die gesellschaftlich als notwendig und selbstverständlich angesehen wird. Und oft unsichtbar bleibt.

Alle zehn Jahre wird untersucht, wer mehr im Haushalt macht. Grundsätzlich gilt: Nach wie vor arbeiten Frauen in Deutschland 1,5 Stunden mehr als Männer, wenn man bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammenrechnet.

Und sie leisten auch immer noch deutlich mehr unbezahlte Arbeit. 2022 betrug dieser Gender Care Gap gut 44
Prozent. Auf den Punkt gebracht: Frauen machen Care-Arbeit, Männer Karriere.

Mich lässt bei der Care-Untersuchung vor allem aufhorchen, dass Eltern pro Woche elf Stunden mehr arbeiten als Kinderlose. Irgendwie logisch, ja. Viele Frauen berichten, dass das Ungleichgewicht angefangen hat, als die Kinder kamen. Dazu kommen noch die finanziellen Herausforderungen. Eine größere Wohnung ist nötig, Urlaub nur in den teuren Schulferien möglich. Wen wundert es da, dass die Geburtenrate in NRW gerade um 5,5 Prozent gesunken ist.

Also weg mit dem Ehegattensplitting. Und her mit der Vier-Tage-Woche für Eltern. Mit Lohnausgleich natürlich. Wer Kinder großzieht, leistet auch einen wichtigen Beitrag für uns alle. Stichwort Rente. Und die Kinder kümmern sich später hoffentlich um ihre alten Eltern.

Was hat das jetzt mit Kirche zu tun? Ich finde ganz viel. Denn hier wird sich auch gesorgt und gekümmert. Sehr professionell, im Großen wie im Kleinen. Beim Treff für Alleinerziehende zum Beispiel, in der Krabbelgruppe, Gesprächsangeboten oder beim Foodsharing.

Ich finde, unsere Kirchenoberen sollten das Familiendings mal stärker auf die Agenda setzen. Denn das - scheinbar - Private ist immer auch politisch. Vielleicht denkt dann auch der Kollege mal über seinen Scherz zur Care-Arbeit nach.


Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius


Quellen:
https://www.bpb.de/themen/familie/care-arbeit/

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/Ergebnisse/_inhalt.html

https://www.it.nrw/nrw-geburtenzahl-im-jahr-2023-erneut-ruecklaeufig-126386#:~:text=Die Zahl der Neugeborenen war,Niveau gab es zuletzt 2014.&text=Düsseldorf (IT.NRW).,(damals: 164 496).

(Alle zuletzt abgerufen am 2. Juni 2024)

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