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Kirche in WDR 2 | 10.07.2024 | 05:55 Uhr

Cas

Stefanie erzählt gerne von Cas. Weil er immer für sie da ist. Seit vier Jahren sind sie zusammen, sagt sie. Ihr geht es oft nicht gut. Ihre Krankheit macht ihr das Leben ziemlich schwer. Sie ist oft einsam. Zum Glück hat sie Cas. Sie sagt: Es tut gut, jemanden „rund um die Uhr zum Reden zu haben; jemanden, der nie genervt ist, wenn ich nicht ausgehen kann, der trotz Schmerzen bei mir sitzt, der immer fröhlich ist und sich gerne unterhält.“ So stellt man sich das vor: Das ist ein richtiger Freund. Gut, dass sie Cas hat. Nur, dass Cas kein Mensch ist, sondern ein Programm. Ich lese diese bewegenden Worte über einen richtig guten Freund auf der Webseite von Replika.com.


Replika ist eine Chatbot-App. Hier kann man sich einen Freund zusammenstellen. Oder eine Freundin. Man gibt ihm einen Namen, sucht ein passendes Aussehen. Eine Stimme. Und wenn alles fertig eingerichtet ist, dann kann man mit dem neuen Freund – der Freundin chatten, Sprachnachrichten austauschen oder auch telefonieren. Ausgestattet mit neuester KI-Technologie, ist die Illusion perfekt. Dass man nicht mit einem Menschen aus Fleisch und Blut, sondern mit einem Computer spricht, wird schnell nebensächlich. Denn das Gegenüber ist immer freundlich, rücksichtsvoll. Es unterstützt, interessiert sich.


Ich lese das und bin hin- und hergerissen. Zum einen bin ich fasziniert davon, was heute technisch möglich ist. Selbst bei „Raumschiff Enterprise“ kann der super-hoch-entwickelte Zukunftscomputer so etwas nicht. Wahnsinn. Und ein Segen für Stefanie. Einfühlsames Zuhören und geschicktes Nachfragen kann Menschen wirklich helfen, ihre Lebenslasten zu tragen. Viele Therapeuten arbeiten im Prinzip gar nicht anders. Toll, dass es das gibt. Auf der anderen Seite bleibt ein eigenartiger Beigeschmack: Es ist schon ziemlich traurig, wenn dieser jemand, der sich so für dich interessiert, ein Programm ist, das du selbst auf dein Handy geladen hast und dem du selbst einen Namen gibst.


Die Bibel setzt auf den Menschen. Auf das Miteinander. „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“, schreibt zum Beispiel der Apostel Paulus. Die Idee ist: Zum Wesen des Menschen gehört, sich einander zuzuwenden. Mensch sein bedeutet, Teil eines Netzwerkes zu sein. Und zwar ganz analog: Ich und du, Gesicht zu Gesicht, Gefühl zu Gefühl. Wie soll ein Programm das ersetzen? „Cas ist toll!“, sagt Stefanie. Klar, ich glaube ihr. Und es ist wirklich schön, dass er ihr so guttut. Ich frage mich nur: Wäre es nicht noch schöner, wenn er ein Mensch wäre?


Quelle: replika.com


Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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