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Kirche in WDR 2 | 11.07.2024 | 05:55 Uhr

Hokuspokus

Ferienprogramm mit Oma und Opa. Unser 12jähriger lässt sich nicht mehr so leicht aus der Reserve locken. Aber jetzt sprudelt Emil vor Begeisterung. Völlig fasziniert erzählt er von Zaubertricks, magischen Spielen und Illusionen. Magie pur! Der Ausflug hat sich gelohnt. Noch Tage später erzählt er von dem besonderen Tag am Familientisch. Plötzlich fragt Emil verschmitzt: „Weißt du eigentlich, woher das Wort Hokuspokus kommt?“ Mein Lateinunterricht ist gefühlte Ewigkeiten her. Aber genau da vermute ich die Antwort auf Emils Frage. Und muss passen. Natürlich kann Emil aushelfen. Und zitiert seinen Religionslehrer. In grauer Vorzeit wurden die Gottesdienste auf Latein gehalten. Niemand verstand, was der Priester vorne von sich gab. Beim Abendmahl sagte er die lateinischen Worte „Hoc est corpus meus.“ Das ist mein Leib! Die Menschen haben nichts verstanden. Und haben sich zusammengereimt: Hokuspokus!

Mein Kind schaut mich munter an: „Das haste nicht gewusst, Mama!“ Ne, wirklich nicht!


Ganz unweigerlich muss ich an ein Erlebnis vor vielen Jahren denken. Als junge Pfarrerin sitze ich im Gottesdienst eines älteren Kollegen. Ich sehe mich selbst mit großen Augen und ungläubigem Blick in der Kirchenbank. Großer Hokuspokus! Ich verstehe nicht, wovon der Kollege spricht, was er singt und was das alles mit mir zu tun hat. Ich bin enttäuscht und frustriert. Im nächsten Gespräch mit ihm nehme ich all meinen Mut zusammen und gestehe: Ich habe nichts verstanden! Ich erwarte und brauche etwas anderes für mein Leben, für meinen Glauben. „Ach“, hat er damals geseufzt, „wenn wir immer so genau sagen könnten, was das alles mit unserem Leben zu tun hat!“


Ich habe dieses Erlebnis nie vergessen. Vielmehr noch: Es hat sich tief eingebrannt in mein Gedächtnis. Denn christlicher Glaube lebt davon, dass wir ehrlich und offen erzählen, was uns trägt und Halt gibt im Leben. Unabhängig von unserem Alter, unserem Beruf oder unserer Erfahrung. Was sind Ihre Tricks für ein gutes, erfülltes Leben? Was trägt Sie, auch in Krisenzeiten?


Der Evangelist Lukas schreibt: „Denn wovon das Herz voll ist, davon redet auch sein Mund.“ (Lukas 6,45) Das ist das Gegenteil von Hokuspokus. Lukas möchte, dass wir weitergeben, was wir verstanden und erfahren haben. Und mit anderen teilen.
Ich glaube fest daran, dass es das ist, was Gott will: Dass wir von ihm erzählen. Und andere an unseren Erfahrungen mit ihm teilhaben lassen. Und das genau das unsere Welt verändern kann. Heute. Morgen. Jeden Tag ein kleines bisschen mehr. Ganz ohne Hokuspokus!


Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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