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Kirche in WDR 3 | 22.04.2014 | 07:50 Uhr

Unendlich - Leben

Physikunterricht, 7. Klasse – an eine Stunde erinnere ich mich, als wäre es erst letzte Woche gewesen. Und das, obwohl ich so vieles aus dieser Zeit längst vergessen habe. In dieser Stunde lernten wir, dass Energie nie verloren geht, sondern sich immer nur wandelt. Das war etwas, das im Erfahrungsschatz meines Alltags bis dahin nicht verankert war. Wenn heißes Wasser zum Beispiel die Wärme abgibt und dann kalt ist, bleibt es kalt und die Wärmeenergie ist weg – so war meine Erfahrung. Faszinierend, dass Energie eigentlich gar nicht verloren geht, sondern sich immer nur in andere Energieformen umwandelt.

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Heute, am Osterdienstag, kehren viele nach dem schönen langen Osterwochenende wieder in den Alltag zurück. Die letzten Ostereier nimmt man noch als Pausensnack mit ins Büro. Was bleibt dann noch vom Fest des Lebens? Hinterlässt es eine bleibende Spur?

Und da bin ich wieder bei diesem physikalischen Gesetz von der Umwandlung der Energie, bei der nichts verlorengeht: Kann man daran, auch etwas vom Gesetz des Lebens generell ablesen? Dann könnte das vielleicht so heißen: Leben geht nie verloren; Leben wandelt sich nur. Klar, der Wandel der Zeit sorgt dafür, dass Leben sich in seiner äußeren Form immer wieder verändert. Um zu erkennen, dass das wahr ist, brauche ich ja eigentlich nur in den Spiegel schauen. Zeit ist vergänglich, aber vielleicht ist das Leben ja letztlich unvergänglich. Die Osterbotschaft vom auferstandenen Christus, der den Tod überwunden hat, verspricht jedenfalls: Der Tod ist keine Kraft, die dem Leben ein Ende setzen könnte. Denn die Schöpferkraft des Lebens ist größer als die zerstörende Kraft des Todes. Große Worte sind das – aber kraftvoll werden sie ja eigentlich nur dann, wenn sie auch den eigenen Alltag lebendiger machen können.

Die Gruppe Alphaville sang vor einigen Jahren das Lied ‚Forever Young‘ – und legt in dieses Lied die Sehnsucht nach unvergänglichem Leben, das immer wie in der Jugendzeit gestaltet werden kann: mit den vielen Optionen und Möglichkeiten, die scheinbar nur junge Menschen haben und die dann im Laufe des Lebens nach und nach verloren gehen. Forever young – darin steckt dann vielleicht auch die Sehnsucht: Alles soll verfügbar bleiben, nichts soll verloren gehen – so wie auch die Energie physikalisch gesehen nicht verloren geht. Von der heilige Terese von Lisieux, sie lebte im 19 Jahrhundert und wird auch die kleine Terese genannt, stammt der Satz: „An deiner Sehnsucht zeigt Gott dir, was er dir schenken will.“

Wenn die kleine Terese Recht hat und unsere Sehnsucht uns Gottes Wirklichkeit zeigt - ob man dann mit den eigenen Hoffnungen anders umginge und sie lebendiger erhalten würde? Vielleicht kann ja jeder selbst etwas dazu beitragen, dass das Leben – das eigene Leben – auf ewig lebendig bleibt. Die Osterbotschaft von der Auferstehung ist dann nicht nur ein abstrakter Satz, sondern wird plötzlich relevant für den Alltag. Denn vielleicht kann Gott, wenn er das ewige Leben schenkt, nur das lebendig machen, was ich vorher im Herzen lebendig gehalten habe. Aber das dann für die Ewigkeit.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag, der Ihnen nicht unnötig Ihre Energie raubt. Ihre Ingelore Engbrocks aus Oberhausen.

Copyright Vorschaubild: Anarchy Public Domain Pixabay

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