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katholisch

Kirche in WDR 3 | 06.12.2013 | 07:50 Uhr

Heilig sein

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

Seit einigen Jahren gibt es im Advent die Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“. Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hat sie ins Leben gerufen. Diese Aktion weist darauf hin, dass Weihnachten mehr ist als bloßer Kommerz. Statt Weihnachtsmann wird wieder der hl. Nikolaus in den Vordergrund gerückt, dessen Fest die katholische Kirche heute feiert. Nikolaus hat Notleidenden in seiner Zeit Geschenke gemacht und sich auf vielfältige Weise um sie gekümmert. Daher rührt wohl die hohe Verehrung dieses Heiligen und das schon seit fast 1700 Jahren.

Nikolaus ist einer von vielen Heiligen, derer die Kirche im Laufe des Jahres gedenkt, die sie als Vorbilder rühmt und als Fürsprecher anruft. Im neuen Gotteslob, das am letzten Sonntag in den meisten deutschen Bistümern eingeführt wurde, heißt es über Heilige:

„Heilige gibt es zu allen Zeiten, in allen Völkern und Schichten. Sie machen uns Mut, an Gott zu glauben und ihn zu loben. Sie sind Menschen, die ihr Ziel bei Gott bereits erreicht haben. Sie sind uns nahe, weil sie um unsere Schwierigkeiten und Sorgen wissen. Sie sind Gott nahe, weil sie sich in ihrem Leben ‚trotz allem‘ immer wieder auf ihn hin ausgerichtet haben.“

„An den Heiligen lässt sich ablesen, was es heißt, Jesus nachzufolgen. Vielfältig und unterschiedlich sind ihre Lebenswege verlaufen: in selbstlosem Einsatz für Menschen, in der radikalen Gottsuche, in einer begeisternden Verkündigung des Wortes Gottes, im Sterben für den Glauben [oder] im Zeugnis der Treue.“

Kurz: Heilige stehen für ein gelungenes Menschsein. Das heißt: Sie verbinden in ihrer Person die liebevolle Sorge um ihre Mitmenschen mit einer vertrauensvollen Beziehung zum lebendigen Gott. Das macht Heilige für viele Menschen auch heute noch so anziehend. Und deswegen wird ihr Andenken in der katholischen Kirche auch hochgehalten.

Wichtig bei der Verehrung ist allerdings: Heilige gelten als Vorbilder und werden in der katholischen Kirche verehrt und um ihre Fürsprache bei Gott angerufen, aber nicht angebetet! Die Anbetung gebührt allein Gott selbst.

Die vielen Heiligen sind so unterschiedlich wie wir Menschen. Daher werden sie auch unterschiedlich verehrt. Viele Menschen haben zum Beispiel ihren Lieblingsheiligen, der für sie in besonderer Weise ein Vorbild darstellt oder an den sie sich besonders gerne wenden. Oftmals ist es der eigene Namenspatron: denn die Namensgleichheit verbindet. Und so wird dann der eigene Namenstag besonders gefeiert.

Es geht aber noch um mehr: Die Heiligen wollen dazu anregen, in ihre Fußstapfen zu treten, so dass wir selbst heilig werden. Dabei geht es nicht darum, dass ich vom Papst einmal heiliggesprochen werde. Vielmehr geht es darum, vor Gott heilig zu werden. Gott hat uns dazu berufen, heilig zu sein, schreibt schon der Apostel Paulus (vgl. 1 Thess 4,7). Gott ist der Heilige schlechthin. Wie schön wäre es, wenn auch nur ein klein wenig von seiner Heiligkeit möglichst viele Menschen erfüllt, die dann unsere Welt ein wenig menschlicher und damit göttlicher machen.

Einen guten, von Gottes Heiligkeit erfüllten Tag wünscht Ihnen Domvikar Gregor Tuszynski aus Paderborn.

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

Eine Studentin hat mich neulich durch ein Bekenntnis sehr beeindruckt. Sie sagte: „Als meine Mutter so krank war und vor ihrer schweren Operation stand, da haben wir zu Hause gemeinsam viel gebetet. Das hat uns als Familie wirklich zusammengeschweißt.“

Gemeinsam zu Hause beten. Früher war das in vielen Familien wohl selbstverständlich, wie ältere Menschen mir immer wieder erzählen. Man saß vor allem abends zusammen und betete – meistens den Rosenkranz. Doch heute? Ich weiß nicht, wie viele Familien zu Hause als Familie beten. Vor dem Essen – ja, vielleicht! Aber sonst? Wahrscheinlich tun es die meisten eher nicht.

Es ist müßig darüber zu spekulieren, woran das liegt: am Fernsehen oder am Internet, an diversen Sport- oder Freizeitangeboten, woran auch immer. Es finden sich schnell Alternativen, die das gemeinsame Beten ersetzen. Übrigens gilt das nicht nur für das gemeinsame Gebet, sondern auch für das persönliche. Oft ist etwas anderes vermeintlich viel wichtiger. Gott ist ja schließlich immer da. Also kann ich ja auch noch später mit ihm sprechen und meine Beziehung zu ihm pflegen. Manchmal führt das immer weitere Verschieben des Betens nach hinten aber dazu, dass es ganz ausfällt. Die Folge: Gott fällt aus dem persönlichen Leben heraus. Und irgendwann ist er vielleicht sogar ganz vergessen.

Als Priester und Seelsorger frage ich mich: Wie kann man diesem weit verbreiteten Phänomen entgegenwirken? Das neu gestaltete Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ scheint mir Hilfen dazu anzubieten. Es enthält sogenannte Hausgebete, die zu unterschiedlichen Anlässen im Kreis der Familie gebetet werden können oder auch in anderen kleinen Gruppen. Sie sind gemacht für die Adventszeit, den Heiligen Abend, die Trauer um einen lieben Verstorbenen und viele andere Situationen aus dem täglichen Leben. Es gibt sogar eine eigene Dank- und Segensfeier darin.

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20), verheißt Jesus seinen Jüngern. Deshalb beten Christinnen und Christen nicht nur allein, sondern auch gemeinsam.

Vor Jahren hat Papst Benedikt XVI. gesagt: „Wer glaubt, ist nie allein“. Wenn aber das Gebet lebendiger Ausdruck des Glaubens ist, dann könnte man auch sagen: Wer betet, ist nie allein.

Etwas davon hat die eingangs erwähnte Studentin bestätigt: „Das gemeinsame Gebet hat uns als Familie noch stärker als zuvor zusammengeschweißt.“

Eine andere, nicht weniger wichtige Wirkung des gemeinsamen Betens zeigt sich darin, dass auf diese Weise auch der Glaube an Gott von Generation zu Generation weitergegeben wird: lebensnah und quasi nebenbei – eben ganz alltäglich.

Übrigens, am Schluss eines der Hausgebete des neuen Gotteslobs heißt es:

„Es segne dich Gott, der Vater,

der dich nach seinem Bild geschaffen hat.

Es segne dich Gott, der Sohn,

der dich durch sein Leiden und Sterben erlöst hat.

Es segne dich Gott, der Heilige Geist,

der dich zum Leben gerufen und geheiligt hat.“

Dieser Segen des dreifaltigen Gottes möge auch Sie am heutigen Tag erfüllen.

Das wünscht Ihnen Domvikar Gregor Tuszynski aus Paderborn.

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