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Choralandacht | 02.05.2015 | 07:50 Uhr

DIESER BEITRAG ENTHÄLT MUSIK, DAHER FINDEN SIE HIER AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN KEIN AUDIO.

Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt (eg 673)

Autorin: Ich bin Fußballfan. Für welche Mannschaft...das verrate ich nicht. Ins Stadion gehe ich zwar selten, aber die Spiele meiner Mannschaft verfolge ich Woche um Woche, egal, wo ich bin. Wenn sie ein Tor schießen, dann jubele ich, dann reiße ich meine Arme in die Luft - auch wenn ich ganz alleine zuhause bin und niemand mit mir zittert und bangt, jubelt und jauchzt. Dann springe ich auf und rufe irgendwelche Worte in den Raum, die ich Sekunden später schon wieder vergessen habe. Fußball - das ist für mich was ganz Emotionales ...riesige Freude, riesiger Jubel, aber auch... hoffen und zittern, mitfühlen und mitleiden, wenn es mal ganz anders läuft, als gewünscht.

Jubeln..., jauchzen, loben, preisen, sich erheben, die Arme in die Luft werfen...all das gehört auch in die Religionen dieser Welt. Meine Kirche, die evangelische Kirche, ist hier in unseren Breiten nicht gerade bekannt für Gottesdienste, in denen Menschen die Arme jubelnd in den Himmel werfen oder minutenlang klatschen, schreien und Halleluja rufen. Aber anderswo, da gibt es das wohl – und es gibt Lieder in unserem evangelischen Gesangbuch, die die Kraft des Lobens und Jubelns, diesen Schwung, diese Lebensfreude in sich tragen.

Musik 1, Choral Strophe 1:

Büro Archiv 088a, track 09

Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe. Ich lobe meinen Gott, der mir die Fessel löst, damit ich frei bin. Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern, die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt: Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Frieden auf Erden.

Autorin: "Wer kennt die Noten von diesem Lied. Ich brauche es unbedingt für meine Hochzeit"...schrieb letztens jemand im Netz und es dauerte nicht lange, da war ihm geholfen.

Hochzeit - das Wort sagt es schon. Eine hohe Zeit, eine Zeit intensiver Gefühle. Und wenn man den Stress der Vorbereitung mal abzieht, auch eine Zeit, in der vielen zum Jubeln und Loben zumute ist. "Jahrelang habe ich nach einem Menschen gesucht, der zu mir passt," sagte mir letztens eine Frau und strahlte. "Wie ein Wunder...dass wir uns sooo gut verstehen...ich hätte das nicht mehr für möglich gehalten". Das Glück fühlt sich gerade dann besonders prall, hell und leuchtend an, wenn man zurückdenkt an Tiefschläge, an Zeiten, in denen der Alltag schwer und mühsam war. In denen Beziehungen zerbrachen oder der geliebte Partner starb. "Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe...!"

Jubeln - äußerlich oder innerlich, jemanden preisen und loben oder zumindest zutiefst dankbar sein - wann tun wir das eigentlich noch?

Sicher bei großen Ereignissen im Leben: Eben, wenn man einen Menschen findet, den man liebt oder wenn ein Kind geboren wird und es so herrlich unbescholten, frisch und friedlich in den eigenen Armen liegt.

Oder wenn mir eine große Last vom Herzen fällt, wenn ich eine schwere Zeit hinter mir habe ...dann habe ich mich schon dabei ertappt, dass mein ganzes Herz voller Dank und Lob war. Ich erinnere mich zum Beispiel, dass ich mal auf das Ergebnis einer ärztlichen Untersuchung gewartet habe. Mein Kopf konnte gar nichts anderes mehr denken. Alles kreiste um immer dieselbe Frage, ständig diese Furcht, diese Angst - sie war wie ein grauer Schleier, der gar nicht weggehen wollte ...bis zu diesem Augenblick, wo der Arzt das erlösende Wort sprach. In dem Moment war alles vorbei, schlagartig. Steinbrocken fielen mir vom Herzen, der Himmel wurde hell. Ganz so, wie ein Gebet in der Bibel es beschreibt:

Sprecher: Der Himmel freue sich und es jauchze die Erde, es brause das Meer und was es erfüllt. Es frohlocke das Feld und alles, was es trägt; jubeln sollen alle Bäume des Waldes - vor Gott. (Psalm 96, 11+12)

Autorin: Ich habe mich damals, als ich die Arztpraxis verließ, auf den Stufen des nächstbesten Hauses niedergelassen. An einer 6-spurigen Kreuzung. Um mich herum tobte der Lärm, hupten die Autos, es gab hier kaum einen Baum oder Strauch. Aber mein Herz war voller Jubel, voller Dank. Auf dieser Stufe habe ich gesessen und war einfach nur glücklich. Noch heute erinnere ich mich daran, wenn ich an dieser Kreuzung vorbeifahre.

Und leise, niemand merkt es, spüre ich wieder dieses beglückende Gefühl in meiner Brust, diese Weite. Leise, niemand merkt es, lobe ich dann wieder meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, der meine Angst vertreibt, damit ich atme...!

Musik 1, Choral, Strophe 2:

Ich lobe meinen Gott, der meine Tränen trocknet, dass ich lache. Ich lobe meinen Gott, der meine Angst vertreibt, damit ich atme. Ehre sei Gott auf der Erde, in allen Straßen und Häusern, die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt.

Autorin: Gott loben - ist das etwas anderes als der Jubel im Stadion oder die Freude über eine glückliche Liebe oder die Erleichterung nach einer guten Nachricht vom Arzt?

"Ich war so glücklich", das sagt man schon mal. Oder auch: "Ich habe mich riesig gefreut."

Aber.."Ich habe Gott gelobt aus ganzem Herzen"??? - Das hört sich außerhalb einer Kirchengemeinde oder eines Gottesdienstes komisch an. "Inschallah" sagt meine türkische Freundin immer, wenn wir uns beide etwas wünschen. Zum Beispiel, dass unsere Mannschaft das Spiel gewinnt...- sie fiebert nämlich für denselben Verein wie ich - "Inschallah" sagt sie dann. "So Gott will", heißt das.

In der ganzen arabischen Welt hört man dieses Wort ständig. So wie es bei uns manchmal noch heisst: "Gottlob hat sich die Sache in Luft aufgelöst" oder: "Gott sei Dank, es ist alles gut gegangen."

Immer wenn solche Worte erklingen "Inschallah" oder "Gott sei Dank", dann webt sich ein weiterer Faden hinein in unser Empfinden, in unseren Jubel, in unsere Freude.

Dann kommt Gott ins Spiel. Oder meine Demut. Ich meine, diesesGefühl, dass vieles, so vieles im Leben nicht machbar ist, dass es uns geschenkt wird: Dass ich zum Beispiel hier in Deutschland geboren bin und ohne Hunger und Krieg aufwachsen durfte, dass ich Kinder kriegen konnte, dass ich von großem Leid bislang verschont worden bin...- das ist doch nicht mein Verdienst. Das habe ich nicht selbst gemacht. Das habe ich von einer Kraft, die größer ist als ich. Von einer Kraft, die die Bibel Gott nennt.

Musik 2: Gitarre "Ich lobe meinen Gott, der....!"

(instrumental; Büroarchiv 148, Track 07)

Sprecher: Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist, damit ich handle. Ich lobe meinen Gott, der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.

Ehre sei Gott auf der Erde, in allen Straßen und Häusern,

die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt:

Ehre sei Gott und den Menschen Frieden.

Autor: Fast immer ist das so, ich habe das schon oft erlebt: Ich war unten und irgendwann tatsächlich eröffnen sich neue Wege, neue Möglichkeiten. Wie ein Lichtstrahl dringt auf einmal etwas Helles zu mir durch. Gott ist schwer zu fassen, schwer zu begreifen. Oft spüren wir nichts, nicht einmal dann, wenn wir von ihm reden.

Aber wenn ich aus der Tiefe geholt werde, wenn meine Tränen trocknen, wenn die Angst weicht, wenn neue Wege sichtbar werden... dann ist das, als ob sich ein Fenster zum Himmel öffnet.

Ich ahne, dass Gott es gut mit uns meint, ich ahne, dass er das Leben liebt, so wie ich. Ich weiß ihn auf meiner Seite.

Musik 1, Choral Strophe 1:

Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe. Ich lobe meinen Gott, der mir die Fessel löst, damit ich frei bin. Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern, die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt: Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Frieden auf Erden.

Musikinformationen:

Musik I.

CD-Name: Eingeladen zum Fest des Glaubens – 63 neue und alte Lieder für den

Gottesdienst

Titel: Ich lobe meine Gott

Text: Hans-Jürgen Netz 1979

Melodie: Christoph Lehmann 1979

Chor:Schüler/-innen und Dozenten/-innen des Instituts für Kirchenmusik des Bistums Mainz

Leitung: Mechthild Bitsch-Molitor

Verlag: Institut für Kirchenmusik des Bistums Mainz

Musik II.

CD-Name:Du meine Seele singe – Choräle auf sechs Saiten

Titel: Ich lobe meinen Gott

Interpret: Reinhard Börner

Text: nach Psalm 9, 2-3

Melodie: Cl aude Fraysse

Bearbeiter:Reinhard Börner

Verlag: cap-music

LC-Nr.: 06860

Label: cap-music

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