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Kirche in WDR 3 | 18.05.2015 | 07:50 Uhr

Der Dom - Gottes Haus

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Einer meiner Arbeitsplätze ist der Kölner Dom. Der ist wahrscheinlich für die meisten von Ihnen nicht nur ein Begriff, sondern auch eine Anschauung. Die Wahrscheinlichkeit ist weitaus größer als ein Gewinn beim Lotto, dass auch Sie schon einmal im Dom zu Gast waren: Sei es als Tourist, sei es bei einem der zahlreichen Gottesdienste, die Tag für Tag in dieser Kirche gefeiert werden.

Wir schätzen, dass im Lauf eines Jahres ca. 6 Millionen Menschen in den Kölner Dom kommen. Er gilt als das meist besuchte Bauwerk in Deutschland und ist ohne jeden Zweifel eines der weltweit bekanntesten Ziele unserer Heimat.

Durchschnittlich 16.000 Menschen pro Tag – diese Bekanntheit, dieses Interesse ist auch eine Herausforderung! Ihr müssen sich in besonderer Weise diejenigen stellen, die für diese Kirche Verantwortung tragen. Einer aus diesem Kreis, dem sogenannten Domkapitel, bin ich.

„Dom“, unser Lehnwort vom lateinischen „domus“, meint nicht nur „Haus“ im Sinne irgendeines Gebäudes. „Dom“ meint vielmehr „domus Dei“, Gottes Haus.

Als Gottes Haus, Gott geweihtes Haus, haben unsere Vorfahren zwischen 1248 und 1880 den Dom in seiner heutigen Gestalt erbaut. Und durch die Jahrhunderte wurde der Dom so genutzt und wird es bis heute: als Gotteshaus, in dem sich die Kirche zum Gottesdienst versammelt und der einzelne Mensch Gott im Gebet sucht. Im Domkapitel stellen wir uns immer neu der Herausforderung, dass unsere Besucher den Dom nicht nur aufgrund seines touristischen oder kunsthistorischen Wertes wahrnehmen, sondern ihn als Gotteshaus sehen und achten.

Die Identifikation der Kölner mit „ihrem“ Dom ist ein Phänomen, das sich in dieser Weise vielleicht in keiner anderen Stadt findet. Diejenigen, die sich noch an die schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkrieges erinnern können, werden aus eigener Erfahrung bestätigen, welch existentielle Bedeutung damals die Frage hatte: „Steht der Dom noch?“ Viele haben daraus, dass der Dom in einer zu 90% durch Bomben zerstörten Stadt stehengeblieben war, Überlebenswillen und neue Hoffnung geschöpft.

Und noch heute sagen und empfinden viele Bewohner dieser Stadt, dass der Dom „unser“ Dom ist. Das sehen wir ganz positiv. Es ist der Dom aller Kölner.

Doch ist der Dom nicht nur ein Aushängeschild für eine weltbekannten Stadt: er ist zuerst und für immer Gottes Haus. Für Ihn, den Höchsten, wurde der „hohe Dom“ gebaut, Ihm zum Lob, Ihm zur Ehre; nicht als Ausdruck der Kapazität und des Stolzes einer selbstwussten Stadt, nicht als Nationaldenkmal, nicht als Versammlungsort der Bürgerschaft oder Meisterwerk einer bestimmten Architektur.

„Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib die Ehre!“ Diese Worte aus dem 115. Psalm stehen in unsichtbarer Schrift über jedem Teil dieses Gott geweihten Hauses.

Deshalb lese und höre ich persönlich die in den Medien immer wieder gebrauchte Formulierung vom „Hausherrn“ des Domes gar nicht gerne, mag sie auch noch so griffig und eingängig sein. Ich würde sie immer nur mit Anführungszeichen oder in einer Klammer verwenden. Denn ohne dies verschweigt sie das theologisch Entscheidende: Dass Gott der Herr dieses Hauses ist.

Ihm, dem einen Herrn haben die Menschen, die den Dom erbauten, dieses Haus geweiht. Ihm gehört es für immer. Und auch wir, das Domkapitel sind lediglich Verwalter, die nicht nur mit Hilfe ganz vieler Menschen dieses Gebäude erhalten müssen, sondern auch diesen Anspruch in Erinnerung zu rufen und zu vermitteln haben: Der Dom ist ein Gebäude eigener Art, Gottes Haus. Das muss er bleiben!

Ihr Domkapitular Günter Assenmacher aus Köln

Copyright Vorschaubild: Kölner Dom Marco Verch CCBY 2.0 flickr

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