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Kirche in WDR 3 | 15.12.2015 | 07:50 Uhr

Warten und Warten lernen

Wenn etwas zulange dauert, werde ich manchmal ungeduldig. Zum Beispiel, wenn ich auf der Autobahn im Stau stecke, in der Stadt immer wieder durch Baustellen aufgehalten werde oder wenn es an der Kasse im Supermarkt nicht vorangeht. Warten kann schwer fallen. Besonders dann, wenn ich das Gefühl habe, unnötig Zeit zu vergeuden.

Es gibt aber auch ein Warten, das entscheidend zum Leben gehört. Damit das Leben reifen kann, braucht es Wartezeiten. Vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren fasste ein Mann, von dem wir eigentlich wenig wissen und der sich Kohelet nennt, in der Bibel diese Erfahrung zusammen: "Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit"(Koh 3,1.). Das klingt fast wie ein Satz aus der modernen Existenzphilosophie.

Ob eine Wartezeit als sinnlos oder sinnvoll empfunden wird, kommt nicht von ungefähr. Es ist ein Unterschied, ob ich gezwungenermaßen warte oder ob ich, um ein Beispiel zu nennen, jemand erwarte. Auf einen lieben Menschen warten, ist schön. Ich stelle mich auf ihn ein. Ich überlege mir, was er vielleicht gerne isst, was er schätzt und wie ich ihm einen Gefallen tun kann. Etwas im Leben erwarten heißt für mich, sich auf etwas freuen dürfen. Darin steckt immer eine gehörige Portion Vorfreude. Wer etwas nicht erwarten kann, nimmt sich diese Vorfreude.

Nun sind Christen derzeit mitten in der Adventszeit. Der Name sagt schon, dass es eine Wartezeit ist, denn Advent heißt übersetzt: Ankunft.

Es ist die Wartezeit auf Weihnachten. Weihnachtsgedanken tauchen auf. Vom bloßen Wort geht schon ein stiller Zauber aus, dem sich kaum ein Mensch entziehen kann. Auch nichtglaubende Nachbarn, denen die Geschichte von Betlehem wenig oder gar nichts bedeutet, rüsten sich für das Fest und überlegen, wie sie da und dort Freude entzünden können. Mir kommt es so vor, als gehe ein warmer Strom des Wohlwollens über unser Land. Schon Wochen und Tage den Feiertagen voraus. Menschen erhoffen und wünschen sich ein Fest des Gutsseins und der Freude.

Für Christen ist da aber noch etwas anderes. Sie werden von den vielen Lichtern und Sternen dieser Tage hingeführt zu den Krippen in den Kirchen. Der Weg dorthin steht freilich jedem offen. Der Glaube lädt ein, ein Ereignis zu feiern, auf das die Menschheit seit alters her hoffte und das sich erfüllte. Der unfassbare Gott, er, der tiefste Grund allen Daseins, hat sich damals in Betlehem als Mensch berührbar und erlebbar gemacht. Wenn in diesen Tagen gesungen wird "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit", dann ist es die Erinnerung an dieses Ereignis, in dem sich die alte Sehnsucht in Betlehem erfüllte.

Seitdem dürfen alle mit Gott rechnen. Die Welt ist nicht verloren. Trotz der Kriege und trotz der Völkerwanderung mit ihrer Flüchtlingsnot. Ich denke, gerade in diesen Zeiten ist die Erwartung des Advents wichtig: diese wärmenden Strahlen weihnachtlicher Vorfreude. Einen guten Tag in froher Erwartung wünscht Ihnen Erich Läufer aus Leverkusen.

Bildrechte: CCO Pixabay

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