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Kirche in WDR 3 | 08.01.2016 | 07:50 Uhr

Wunderbar gemacht

Guten Morgen!

Chantelle Brown-Young ist eines der gefragtesten Models in der Modewelt. Sie ist ein lebenslustiger Mensch und hat ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Das war nicht immer so. Sie ist nämlich ein bisschen exotisch in der Modebranche, in der es meistens um Makellosigkeit, perfektes Aussehen, Idealmaße geht. Chantelle leidet an einer Pigmentstörung. Als sie fünf Jahre alt ist, entdeckt sie auf ihrem Bauch einen ersten weißen Fleck. Vitiligo heißt die Hautkrankheit, die dazu führt, dass an gewissen Stellen des Körpers keine Farbpigmente mehr gebildet werden und große weiße Flecken entstehen. Bei Chantelle überall an Armen, Beinen, Bauch und Rücken, auch im Gesicht. Bei ihr fallen sie besonders auf, weil ihre restliche Haut dunkel ist. In der Schule wurde sie gehänselt und mit „Muuuh“ begrüßt. Das hat sie schon sehr getroffen. Klarkommen oder kaputtgehen – das wurde für sie irgendwann die Alternative. Heute trägt Chantelle diesen Makel mit Würde und Stolz, lässt die Flecken nicht einfach wegretuschieren, sondern steht dazu und lässt sie als Schönheitsmerkmal vermarkten. "Es gibt Menschen mit schwarzer Haut und Menschen mit weißer. Ich habe beides“, sagt sie. „Mit mir ist alles in Ordnung. Es ist nur eine Hautsache."

Toll, wenn man so damit umgehen kann. Bei vielen ist es eher anders: Sie sind mit ihrem Äußeren unzufrieden. Ein paar Kilos zu viel um die Hüften, die Nase ist zu groß, der Busen zu klein, der Mund zu breit, die Stimme zu piepsig. Man kann nicht so gut reden wie andere, ist eher unsportlich oder hat manchmal das Gefühl eine graue Maus zu sein. Gerne male ich mir ein Bild von mir selbst, wie ich sein möchte. Dann stehe ich vor dem Spiegel und entdecke manches an mir, was ich gar nicht mag. Zu dem zu stehen, wie ich aussehe oder wie ich bin, fällt nicht immer leicht. Die Kosmetikindustrie hat sich das schon immer zu Nutze gemacht. Der Markt der Schönheitsoperationen boomt und auch im Fernsehen sind Sendungen besonders beliebt, in denen es darum geht, besser auszusehen. Alles nach dem Motto: So wie du bist, bist du nicht richtig, nicht vollkommen.

In der Bibel steht ein Satz, der anders klingt: „Ich danke dir Gott, dass ich wunderbar gemacht bin.“ (Psalm 139)

Als Christin glaube ich daran, dass Menschen Gottes Geschöpfe sind. Jede und jeder von uns einzigartig geschaffen, schön - so wie wir sind.

Es wird erzählt, als Gott die Menschen gemacht hatte, ist er an allen noch einmal vorbeigegangen und hat sie genau angesehen. Von oben bis unten. Und immer, wenn ihm ein Mensch so richtig gut gefallen hat, hat er gelacht und vor lauter Freude diesen Menschen am Bauch angestupst. Eine kleine Delle blieb davon übrig, der Bauchnabel.

Offenbar gefallen wir ihm alle ganz besonders. Egal ob groß oder klein, jung oder alt, stark oder schwach, schwarz oder weiß, mit oder ohne Behinderung. So wie wir sind, sind wir ein Wunder. Meine Ecken und Kanten sind gerade das Besondere an mir. Die Fältchen um meine Augen erzählen davon, wie gerne ich lache. Ich darf meinen eigenen Kopf haben und ganz anders sein. Ich finde, es gibt uns eine große Freiheit, wenn wir uns so ansehen mit dem wohlwollenden Blick, den Gott schon längst auf uns geworfen hat. Sollten Sie das mal vergessen: Ihr Bauchnabel kann sie daran erinnern.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen Pfarrerin Annette Krüger aus Witten

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