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Kirche in WDR 3 | 25.01.2016 | 07:50 Uhr

Man sieht nur, was man weiß

Keine Sekunde braucht unser Gehirn, bis wir unser Grundurteil über einen fremden Menschen gefällt haben. Wir urteilen ständig. In der Bahn, auf dem nächtlichen Nachhauseweg, in der Kassenschlange oder bei einer Feier mit vielen unbekannten Menschen: Ist dieser Mensch nett und sympathisch? Macht er uns Angst? Sieht er vertrauenswürdig aus?

Letztendlich sind das alles Vorurteile – Details entscheiden dabei, in welche Kategorie ich die Person stecke, die mir begegnet.

Wie sehr diese schnellen Urteile tatsächlich Vorurteile sind, dazu habe ich neulich ein kleines Video von einem Fotoprojekt gesehen. Sechs Profifotografen sollten von ein und demselben Mann ein Portraitfoto machen. Aber alle erhielten dafür vorher unterschiedliche Vorinformationen über diesen Mann – erfuhren jeweils andere Details. Einmal war es ein Mann, der aus eigener Kraft Millionär geworden war. Dann galt er als Alkoholiker, der seit kurzem trocken sei. Einer Fotografin wurde er vorgestellt als frisch aus dem Gefängnis entlassen oder wem anders noch als Lebensretter. Alle Fotoprofis trafen nun hintereinander diesen Mann in einem fast leeren Raum und hatten die Aufgabe, nur ein Foto von ihm zu machen. Es wurden ganz unterschiedliche Bilder. Wenn man nur das Ergebnis sieht, ohne zu wissen, wer welches Foto gemacht hat, kann man denken: Der sieht aber niedergeschlagen aus. Oder: Der guckt stolz und selbstbewusst in die Kamera. Oder: der sieht aus, wie ein gebrochener, kranker Mann. Und so weiter.

Als die Fotoprofis gemeinsam die Ergebnisse von allen betrachteten, sagte eine: „Das sind ja ganz unterschiedliche Männer.“ Erst dann erfuhren die sechs: Keine einzige der Informationen über den Mann hatte gestimmt.

Es ist wohl so: Ein Foto sagt mehr über die Person hinter der Kamera als über die Person davor. Und das gilt nicht für Blicke auf Menschen beim Fotografieren.

Was mir durch den Kopf geht, seit ich den kleinen Film sah:

Ich kann selber entscheiden, wie ich auf Menschen schauen will. Heute versuch ich es ausdrücklich nochmal mit positiven Vorurteilen bei denen, die ich in der Bahn, bei der Arbeit, beim Einkaufen treffe. Egal, wie mein allererster Eindruck ist: Ich will mir sagen: So wie sie sind, sind sie für irgendwen liebenswert,

meint Pastoralreferentin Susanne Moll aus Aachen.

(Link zum (englischsprachigen) Film: https://youtu.be/F-TyPfYMDK8)

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