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katholisch

Kirche in WDR 3 | 20.07.2021 | 07:50 Uhr

DIESER BEITRAG ENTHÄLT MUSIK, DAHER FINDEN SIE HIER AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN KEIN AUDIO.

Mit drei Augen sehen

Guten Morgen!

Stellen sie sich mal vor, drei Menschen stehen an der Küste und betrachten denselben Sonnenuntergang …

Der eine sieht die Schönheit der Natur und freut sich an dem Ereignis an sich. Ganz sinnlich. Ganz da. Im Moment. Einfach schön. Viele Fotos werden mit diesem Gefühl mit ganz viel Herz per Smartphone in die Welt verschickt: „Seht, das sehe ich gerade, ich fühl mich gut, ich habe Spaß!“ Viele Menschen reicht ein einfacher Eindruck, den sie dann vermitteln wollen, sind damit absolut glücklich. Diese Wirklichkeit ist toll genug. Ungefähr 80 Prozent der Menschen betrachten überhaupt die Gegenwart so, egal ob Urlaub oder Alltag, schöner oder hässlicher Tag. Ich nenne das mal so: Solche Menschen betrachten die Welt mit dem Ersten Auge. Und das ist auch völlig okay. Das reicht dann auch.Ein anderer sieht denselben Sonnenuntergang. Dieser Mensch ist eine analytische Person. Technisches und wissenschaftliches Hinterfragen sind sein Beweggründe. Dieser Typ denkt über Zyklen und Rotation von Planeten und Sternen nach. Er denkt also einen Schritt weiter, schaut, was hinter der schönen Erscheinung des Sonnenuntergangs steht. Er sieht praktisch mit dem Zweiten Auge. Die Vernunft kommt hinzu.Und der Dritte, der sieht und wertschätzt und freut sich natürlich auch über das, was man mit dem Ersten und Zweiten Auge sehen kann. Aber über das Sehen und Erklären kommt dieser Mensch mit seinem Dritten Auge einen Schritt weiter in die Gegenwart, in die Präsenz. Er verweilt und staunt und schweigt vor einem grundlegenden Geheimnis, einem Zusammenhang der Welt und einer großen Weite. Alles hängt für ihn zusammen. Er benutzt sein Drittes Auge, mit dem das eigentliche Ziel allen Sehens und Erkennens erfasst werden kann. Er weiß, es gibt hinter allem noch mehr.Dafür muss er sich Öffnen in einen Moment tiefer Verbundenheit mit all den Dingen. Das geht nur in Präsenz. Sie zieht jede und jeden Einzelnen mit dem Gefühl, ganz erfüllt zu sein, in das nackte und ungeschützte Hier und Jetzt, egal ob in Traurigkeit oder in großer Freude. Das ist eigentlich Mystik, eben eine kontemplative Sicht. Sie reicht in die tiefe innere Erfahrung. Dieses Sehen mit dem Dritten Auge, erfasst die ganze Wirklichkeit – nicht nur beim Betrachten des Sonnenuntergangs, sondern in jedem Moment des Alltags. Übrigens: Schon im Mittelalter haben im Kloster St. Viktor in Paris zwei christliche Philosophen diese drei Arten des Sehens pointiert ausformuliert. Hugo und Richard von St. Viktor. Für sie hat der Mensch drei Augen, die aufeinander aufbauen. Sie nannten das erste Auge das „Auge des Fleisches“ – und meinten Gedanke und Sichtweise. Das Zweite Auge ist das „Auge des Verstandes“, das Auge, das sozusagen in die Reflexion tritt. Das Dritte Auge war für sie das „Auge des wahren Verstehens“. Gemeint ist hier die Kontemplation, die tiefe Verbundenheit, die tiefe innere Erfahrung mit der gesamten Schöpfung und mit Gott.

Ja, Sehen und Auskosten, ja, tiefer Verstehen, aber sich dann ganz verbunden fühlen mit dem ganzen Kosmos und seinen Gegebenheiten, Gewissheiten und Ungewissheiten, eben mit einem tieferen Verständnis, das wünscht Ihnen André Müller aus Gladbeck.

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