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Kirche in WDR 3 | 14.10.2021 | 07:50 Uhr

Rückzugsraum und Wohntraum

Guten Morgen!

Eching bei München, 1974. Es ist auf den Tag genau 47 Jahre her: Ikea eröffnet sein erstes Einrichtungshaus in Deutschland. Inzwischen sind es unzählige Filialen, die es hierzulande gibt. Und wer kennt nicht die Erfolgsprodukte. Ich sage nur: Billy-Regal, Lack-Beistelltisch, Teelichter und Köttbullar. Ikea gibt es auf der ganzen Welt. Das Konzept ist so einfach wie genial: Kundinnen und Kunden können sich ihr Möbelstück direkt aus dem Lager mitnehmen und es zu Hause selbständig aufbauen. Dieses Konzept funktioniert weltweit gleich und erfreut sich bei vielen Menschen großer Beliebtheit.

Kein Wunder, dass das Unternehmen eine Erfolgsgeschichte geschrieben hat, bei aller berechtigten Kritik. Ich sage nur: mangelnde Nachhaltigkeit der Möbel und Produktionsbedingungen. Warum ich auf dieses weltweit agierende Unternehmen komme? Für mich gibt es da ein paar Parallelen zur Kirche, für die ich tätig bin. Das Unternehmen Kirche mit seiner Geschichte ist natürlich auch streckenweise kritikwürdig, aber mir geht es um andere Dinge, die ich vergleichen will. Die katholische Kirche verfügt auch über Filialen in allen Teilen der Welt. Und ich habe gelesen: der Ikea-Katalog ist ähnlich auflagenstark wie die Bibel. Wichtiger aber scheint mir das Ikea-Prinzip zu sein: Ich nehme mir die Möbel als Einzelteile mit nach Hause und dann erst fängt die eigentliche Arbeit an. In kleinste Packstücke zerlegt müssen die Einzelteile mit vielen Schrauben und einiger Geduld mühselig zusammengesetzt werden. Erst am Ende entsteht dann das Produkt, das ich mir ausgesucht habe und mir den erhofften Wohntraum erfüllt. Ich denke mir: Mit dem christlichen Glauben ist es doch ganz ähnlich. Auch ihn kann ich nicht fertig aus der Kirche mit nach Hause nehmen. Er besteht auch aus vielen Bauteilen, Grundelementen wie einzelnen Glaubenssätzen, den Sakramenten, Ritualen und biblischen Texten. Und es braucht Geduld, braucht Beschäftigung und manche Mühe bis daraus etwas in sich Wohnliches entsteht. Ab und zu geht auch nichts ohne einen echten Experten, der mir mit seiner Erfahrung unter die Arme greift. Denn so einen ganz festen Bauplan, wie bei den Ikea-Möbeln, den gibt es – zum Glück – für den Glauben nicht. Da kommt der Vergleich an eine Grenze. Denn nicht jeder Katholik glaubt am Ende das Gleiche. Aber die Grundelemente, die sind gleich – werden nur jeweils anders zusammengesetzt, will heißen verstanden und schließlich hoffentlich bewohnt.

Wichtig ist mir nur, dass aus den vielen Grundelementen etwas Solides und Stabiles entsteht, das hält und das alltagstauglich ist wie aus den Brettern und Schrauben der Ikea-Möbel. So geht es mir zumindest mit meinem Glauben. Da baue ich schon länger daran und ich kann sagen: So mancher und manche haben dabei mitgeholfen, dass ich meinen Glauben bewohnen kann. Jetzt trägt er erstaunlich gut durchs Leben und bietet mir sogar manchmal einen sicheren Rückzugsraum. Da hat sich die Mühe doch gelohnt. Und wichtig: wie bei Ikea kann ich mit meinem Glauben überall zu Hause sein, weltweit.

Es grüßt

Kaplan Philipp Schmitz aus Erkelenz

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