#
Aktuelles

Beiträge auf: wdr3 

katholisch

Kirche in WDR 3 | 16.10.2021 | 07:50 Uhr

Ins Fitnessstudio

Guten Morgen!

Es gibt so manches Stadtbild, bei dem sich gefühlt Kirchturm an Kirchturm reiht. Spitzenreiter ist für mich Rom, die Stadt der 1.000 Kirchen. Manchmal frage ich mich, wer wohl all diese Kirchen benutzt. Kommen hier wirklich Gemeinden zusammen, wird hier regelmäßig Gottesdienst gefeiert? Viele sagen ja heute, dass sie zum Glauben die Kirche nicht brauchen; dass sie auch ohne Gottesdienst beten können. Aber nicht nur Kirchen häufen sich in mancher Stadt, sondern oft auch Bäckereien, Apotheken, Nagelsalons oder Fitnessstudios. Von denen gibt es echt viele!

„Komisch“, denke ich, „für meine Fitness brauche ich doch eigentlich kein Fitnessstudio. Um Sport zu machen und in Bewegung zu bleiben, kann ich im Wald joggen oder Radfahren. Da brauche ich nicht irgendwo Mitglied zu sein.“ Richtig! Für die Bewegung, fürs Sportmachen, fürs Fit-Bleiben ist ein Fitnessstudio überhaupt nicht nötig. Und trotzdem kenne ich so viele Menschen, die dort Mitglied sind – ganz freiwillig. Sie gehen regelmäßig dorthin, trainieren an verschiedenen Geräten, nehmen an Kursen teil, treffen andere, holen sich professionellen Rat bei ihrer Trainerin oder ihrem Trainer. Sie nutzen Angebote für bestimmte Zielgruppen, vormittags, abends und am Wochenende und manchmal werben sie sogar neue Mitglieder. Dabei braucht es all das doch gar nicht, um fit zu bleiben … Vielleicht nicht. Aber ein Fitnessstudio hilft Menschen tatsächlich dabei, fit zu bleiben, indem es Struktur und Verbindlichkeit beim Training eröffnet. Trainerinnen und Trainer stehen dann mit ihrem Fachwissen zur Verfügung. Das Fitnessstudio bietet Räumlichkeiten und Gerätschaften und es eröffnet auch die Möglichkeit und den Raum, mit anderen Sportbegeisterten in den Austausch zu kommen, Bekanntschaften zu knüpfen.

Man sehe es mir nach. Ich selbst gehe nicht ins Fitnessstudio. Aber ich meine, das sind handfeste Vorteile und darum finde ich es beim zweiten Überlegen gar nicht mehr so komisch, dass es ziemlich viele Fitnessstudios in unseren Städten gibt. Das sind Orte der Begegnung mit sich selbst, seinen Fähigkeiten und Grenzen, an denen gearbeitet wird und es sind Orte der Begegnung mit anderen, die auch an sich arbeiten. So schaue ich auch noch einmal auf die vielen Kirchen. Auch sie bieten beim zweiten Überlegen ganz ähnliche Vorteile wie so ein Fitnessstudio: dass ich Leute dort treffe und Bekanntschaften mache; dass ich dort mitmachen kann – in verschiedenen Gruppen und Kreisen mit verschiedenen Angeboten – je nach Lebenssituation; dass ich etwas für meine geistliche Beweglichkeit machen kann und sogar professionellen Rat einholen kann, wenn ich das möchte. Dass ich mir selbst begegne, an meine Grenzen komme und daran arbeite.

Eigentlich sind Kirchen so etwas wie geistliche Fitnessstudios: Hier tue ich etwas für meinen Geist und meine Seele. Und ich bekenne: Mein Glaube wäre ohne sie nicht lebensfähig. Eines ist mir inzwischen klar: Der Besuch einer Kirche schadet genauso wenig wie der Besuch eines Fitnessstudios, weil es eben nicht nur um den Körper, sondern auch um Geist und Seele geht. Gut, dass es beides gibt.

Aus Erkelenz grüßt Kaplan Philipp Schmitz

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen