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Kirche in WDR 3 | 13.12.2021 | 07:50 Uhr

Adventskleid – Lucia

geänderte Wiederholung vom 13.12.12, WDR 3-5

 

Guten Morgen,

ein weißes Kleid mit rotem Gürtel und ein Kranz aus Kerzen auf dem langen Haar – so verkleiden sich heute manche Mädchen in Schweden. Sie erinnern damit an die Heilige Lucia, deren kirchlicher Gedenktag heute ist. Lucia hat vor mehr als 1600 Jahren auf Sizilien gelebt. Eigentlich soll sie heiraten. Doch sie bekennt sich zum Christentum und will ihr Leben ganz Gott weihen. Für ihre Keuschheit steht das weiße Kleid. Christin zu sein, war zur Zeit von Lucia lebensgefährlich. Kaiser Diokletian ließ die Christinnen und Christen verfolgen. Und so wird Lucia gefoltert und getötet. Für diese furchtbaren Qualen steht der rote Gürtel. Der Name Lucia bedeutet „die Lichtvolle, die Leuchtende“. Mit ihrem Lichterkranz, den sie auf dem Kopf trägt, erhellt sie die dunkle Jahreszeit. Einer Legende nach soll Lucia verfolgte Christinnen und Christen in ihren Verstecken besucht und verpflegt haben. Dabei muss sie beide Hände frei haben. Und sie braucht Licht. Kurzerhand setzt sie sich die Lichter in einem Kranz auf den Kopf.

Das Lucia-Gewand ist mehr als eine Verkleidung. Es ist ein Symbol für jemanden, der sein Leben ganz in den Dienst Gottes stellt. Für jemanden, der es hell machen will unter den Menschen. Für mich ist Lucias Gewand so was wie ein Adventskleid. Adventskleider haben viele Farben und Formen. Manchmal sind sie verborgen unter der Alltagskleidung. Wenn meine Oma zum Beispiel ihren Kittel auszog, kam die Feierabendkleidung zum Vorschein. Zwar nur Rock und Pullover – aber alles schön sauber und ordentlich. Kittel aus, das hieß: Feierabend von der Arbeit in Haus und Garten. Kittel aus, das hieß: Jetzt beginnt die festliche Zeit, Zeit für Ruhe und Muße. Die Feierabend-Kleidung meiner Oma, sie war so etwas wie ein Lucia-Gewand. Denn sie enthielt die Verheißung: Jetzt habe ich Zeit für euch, jetzt bin ich ganz für euch da, Kinder.

Das Adventskleid anlegen - vielleicht braucht es dazu gar nicht immer so einen sichtbaren Kleiderwechsel. Heute Abend werde ich in Gedanken mein Adventskleid anziehen. Und es wird mich daran erinnern, dass der Advent eine Fastenzeit ist. Ich will alles fasten, was mich beschwert und ablenkt vom wahren Sinn des Advents. Erst einmal lasse ich alles. Und dann warte ich darauf, was in mir aufsteigen wird. Vielleicht möchte ich einfach nur ein paar Minuten still vor einer Kerze sitzen.

Oder eine Orange pellen, ihren Duft genießen und ihre Süße – ohne Ablenkung, ohne dabei noch schnell die Zeitung zu lesen oder nebenbei mit der freien Hand die Spülmaschine auszuräumen.

Vielleicht möchte ich einen Spaziergang im Park oder Wäldchen machen. Oder die Adventsgedichte und Bibelverse in meinem Adventskalender meditieren. Jeden Tag einmal mein Adventskleid anlegen und mir ein paar Minuten echten Advent gönnen.

Fasten, was mich ablenkt, mich aus der Ruhe bringt, mich beschwert. Und warten auf das, was an Lichtvollem in mir aufsteigen will. Das wäre eine gute Vorbereitung auf Weihnachten, auf die Geburt dessen, den Christinnen und Christen das wahre Licht nennen.

Vielleicht probieren Sie zu Hause auch heute Abend einmal Ihr Adventskleid an. Sie werden sehen, es hebt die Stimmung.

 


Lichtvolle Momente wünscht Ihnen, Ihre Pfarrerin Petra Schulze aus Düsseldorf.

 

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