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Kirche in WDR 3 | 28.05.2022 | 07:50 Uhr

"Fuck up Nights"

Ich habe da diese Freundin – mit ihrem immer aufgeräumten Haus mit gepflegtem Garten, Heim für ihre zwei wohlerzogenen Kinder und den beruflich erfolgreichen Ehemann. „Wie macht sie das bloß?“ frage ich mich, während ich Herrin meiner Wäscheberge bin, im Kühlschrank finde ich auch mal wieder nur Senf und Licht, und ich erzähle Ihnen besser nicht von meiner To-Do-Liste auf der Arbeit. Es scheint sie zu geben, die perfekte Welt – nur nicht bei mir. Wie macht sie das nur?

Wie gut, dass meine Freundin und ich ehrlich miteinander reden. Deshalb weiß ich: auch sie scheitert, wenn auch an anderen Stellen als ich. Und ehrlich, so gut wie jeder Mensch ist doch schon mal gescheitert. Scheitern kennen zum Beispiel Schülerinnen im Bildungssystem mit seiner permanenten Bewertung von Leistungen. Scheitern kennen Azubis, die die Ausbildung abbrechen, weil der gewählte Weg so gar nicht glücklich macht. Erwachsene Menschen verlieren ihren Job oder finden den Weg nicht aus der Schuldenfalle. Beziehungen zerbrechen und Lebensentwürfe scheitern.

So vielfältig die Möglichleiten des Scheiterns sind, so vielfältig sind doch oft die Versuche, das Scheitern zu vertuschen. Es fällt schwer, das Scheitern einzugestehen, denn es kratzt erheblich am Ego. Ich spreche selbst auch nicht gerne über mein Scheitern, und wenn, dann nur mit ganz wenigen Menschen. Wenn ich es aber tue, merke ich oft, dass es guttut, und dass auch andere Scheitern kennen.

Und genau hier setzt das Konzept von sogenannten „Fuck up-Nights“ an. Da kommt eine große Zahl von Menschen zusammen, um sich die Geschichten des Scheiterns von anderen anzuhören. Ich finde das erstaunlich. 3 bis 4 Menschen erzählen von ihrem ganz persönlichen Scheitern, beruflich oder privat, und von ihrem Neubeginn danach. Und niemand zeigt mit dem Finger auf sie. Viele Videos im Internet von „Fuck up-Nights“ zeigen Menschen, die fröhlich miteinander im Gespräch sind. Zu zeigen und zu erfahren, dass Scheitern zum Leben gehört und nicht schlimm ist, das befreit und erleichtert. Hinsehen, wenn etwas schief geht, einander beistehen und daraus lernen. Korrektur ist möglich, auch wenn ich nichts ungeschehen machen kann. Da kann ich auch als Christin was mit anfangen. Es gibt auch „Fuck up-Geschichten“ in der Bibel. Petrus zum Beispiel, der beim Versuch, übers Wasser zu gehen in den Wellen versinkt. Er scheitert, und das war ihm bestimmt unangenehm. Ob er da nachher gerne mit den anderen Jüngern drüber geredet hat? Ich weiß es nicht. Aber zumindest weiß ich, dass Jesus an Petrus festhält, trotz seines Scheiterns. Und Petrus hält an Jesus fest. Dabei findet er neue Wege, seinen Glauben an Jesus zu zeigen, zu verkünden und zu bekennen. Das mit dem Gang über die Wellen lässt er lieber.

In allem, im Scheitern und Gelingen darf ich als Christin darauf vertrauen, dass Gott an mir festhält und dass ich meine Wege finden darf.

Ihnen wünsche ich heute Mut zum Wege gehen, mit allem Scheitern und Gelingen. Aus Bocholt grüßt Sie Sonja Stratmann.

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