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Kirche in WDR 3 | 25.06.2022 | 07:50 Uhr

Autopanne mit Engeln

Schon mal eine Autopanne gehabt? Meine erste Erfahrung habe ich erst vor Kurzem gemacht. Über 30 Jahre bin ich davon verschont geblieben. Ich war immer froh, dass ich im Auto vorbeifahren konnte und nicht am Straßenrand stehen musste, mit Warnweste und hinter der Absperrung auf der Autobahn, egal bei welchem Wetter. In dieser Urlaubszeit sehen wir das recht häufig. Mitleid hatte ich dann immer mit den Armen, aber auch nur kurz – eben im Vorbeifahren. Jetzt war das anders:

Ich stehe hinter der Leitplanke mit der frisch ausgepackten, neuen Warnweste. Schließlich musste ich sie noch nie vorher benutzen. Die Pannenhilfe ist informiert und verspricht so schnell wie möglich zu kommen. Vorher hatte ich noch ein Erlebnis mit zwei netten Menschen aus einer Motorradstaffel der Johanniter. Die waren die zufällig vorbeigefahren, halten an und bieten mir ihre Hilfe an beim Warndreck. ,. An das hab ich nämlich gar nicht gedacht in meiner Ungeübtheit mit Autopannen. Und bei dem Gepäckberg, samt Fahrrädern auf der Anhängerkupplung ist in dem Moment auch kein Drankommen ohne eine riesige Umräumaktion. Und
so werde ich von den beiden Staffelfahrern, sogar mit Blaulicht, hinter eine Baustellenabsperrung geleitet, damit ich dort sicher stehen und warten kann – auch ohne Warndreieck.
Zwischendurch bekomme ich immer wieder aus der Pannenhilfszentrale Bescheid, wie lange es noch dauert und was alle gerade für mich getan wird. Ich kann ihnen sagen, dass ich mich noch nie so sehr über ein gelbes Auto aus der Ferne gefreut habe wie an diesem Tag. Was für ein großes, großes Glück, so abgesichert zu sein!!! Was für ein Glück, dass es Handys gibt und dass die auch noch funktionieren – wobei das Internet nur notdürftig Verbindungen aufbaut, da, gerade wo wir stehen.Die ganze Aktion hat viel Zeit gekostet, aber mein Fazit: überall hilfsbereite Menschen, organisierte Hilfe und Absicherung. Ich bekomme einen Mietwagen, das Auto wird zu einer Autowerkstatt in der Nähe meines Urlaubsortes abgeschleppt und alles All inclusive, dank Mitgliedschaft. Und die Werbebezeichnung vom „Gelben Engel“ kann ich nur allzu gut nachempfinden.

Engel als Helfer in der Not, als Wesen, die einem beistehen. Diese Gedanken sind mir bei meiner Autopanne nur allzu bewusst. Engel in Menschengestalt.

Aber bei all den guten Erfahrungen dieser Autopanne kann ich nicht anders als darüber nachzudenken, wie wenig selbstverständlich das ist. Dieselbe Panne in einem anderen Land? Als Fremde? In wirklicher Not? Wie viele Menschen gibt es, denen nicht geholfen wird. Die stehengelassen werden. Oder übersehen. Sich selbst überlassen. Die Welt ist auch davon voll. Deswegen bleibt bei all der Dankbarkeit über die schnelle und kompetente Hilfe, ein schaler Geschmack von Privilegiertheit, den ich nicht ganz loswerde. Erst Recht nicht, wenn ich wieder die Bilder der in Seenot geratenen Flüchtlinge sehe, den Obdachlosen, den Menschen ohne Arbeit und diejenigen, die in dieser Coronakrise jede Existenzgrundlage verloren haben.

Wir müssen mehr hinschauen. Helfen. Ich will das tun. Die Autopanne hat mir dafür wieder die Augen geöffnet. Hoffentlich für die nächsten 30 Jahre.

Ihre Sr. Jordana aus Krefeld

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