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Kirche in WDR 3 | 08.07.2022 | 07:50 Uhr

Das letzte Hemd hat keine Taschen

Guten Morgen!

Beim Erben sind schon viele Familien zerbrochen, heutzutage, wie schon zurzeit Jesu. Der wird nämlich einmal bei einem Erbschaftsstreit als Streitschlichter gerufen (vgl. Lk 12,13-21). Es wird nicht gerecht geteilt, einer fühlt sich benachteiligt. Jetzt soll Jesus ein Machtwort sprechen. Aber der geht gar nicht auf den Konflikt ein. Es scheint ihm egal zu sein, wie der Evangelist Lukas erzählt. Nicht aus Desinteresse, sondern aus einer skeptischen Haltung gegenüber Besitz und Eigentum (Lk 12,15a): „Gebt acht, und hütet euch vor jeder Art von Habgier.“

Besitz und Vermögen geben dem Leben weder Richtung noch Tiefe. Und so stellt Jesus fest (Lk 12,15b): „Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seiner Vermögens im Überfluss lebt.“ Jesus macht den Leuten, die sicherlich sehr sauer auf ihn sind, deutlich: Wer einen Eiertanz um Geld und Besitz aufführt, der hat nicht kapiert, dass es letztlich nicht darauf ankommt.

Aber worauf dann? So erzählt eine simple Geschichte: Da ist ein Bauer, der seine gewaltige Ernte in große Speicher unterbringt, um sich dann ein gutes Leben zu machen. Ironisch merkt Jesus an: Der Mann ist ein Narr, weil er vergisst, dass das Leben nicht nur einen Anfang, sondern auch ein Ende hat. Und das Ende, der Tod, kann schon morgen auf der Matte stehen. Und dann? Wem wird die reiche Ernte dann gehören? Und Jesus ergänzt (Lk 12,21): „So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.“ Jesus kehrt die Verhältnisse um: Nicht sammeln für sich, sondern teilen mit anderen. Darum geht es. Allerdings ist die Pointe: Es sind nicht die anderen, derenwegen ich teilen soll, ich selbst bin es. Ich muss teilen, damit ich selbst leben, überleben kann. Ungewöhnliche Einsicht. Denn wenn ich abgebe werde ich frei für das, was vor Gott wirklich wichtig ist. Um zum wahren Reichtum zu kommen, muss man viel verschenken und das noch zu Lebzeiten.

Mein Vater sagte häufig: „Das letzte Hemd hat keine Taschen.“ Der Schauspieler und Sänger Hans Albers hat den gleichnamigen deutschen Gassenhauer von Michael Jary 1957 in den Film „Das Herz von St. Pauli“ aufgenommen. Da mein Vater als Seemann lange auf St. Pauli gelebt hat, war ihm das Lied sehr bekannt. Und in der Tat wurde früher den Verstorbenen ein besonderes Totenhemd angezogen. Und dieses Hemd hatte wirklich keine Taschen. Wozu auch? Du kannst eh nichts mitnehmen!

Jesus hat
am Beispiel des Bauern sagen wollen: All das, was auf dieser Erde für jemanden wichtig ist, spielt bei Gott keine Rolle. Wertvoll ist nur das, was wir aus Liebe getan, verschenkt haben.

Dazu eine letzte Geschichte. Ein reicher Mann dachte auch im Sterben nur an das, woran er sein Leben lang gedacht hatte: an Geld. So ließ er sich den großen Beutel Geld in den Sarg legen. Im Jenseits sah er dann einen langen Tisch mit feinsten Speisen. Er langte kräftig zu. Als er mit einem Goldstück bezahlen wollte, nahm der Engel die Münze nicht an. „Alter, du hast wenig im Leben gelernt“, so der Engel. „Was soll das?“ murrte der Alte. „Ist mein Geld nicht gut genug?“ Da hörte er die Antwort: „Wir nehmen hier nur das Geld, das einer verschenkt hat.“

Die Einsicht, dass nur Liebe zählt und dass auch das letzte Hemd keine Taschen hat, wünscht ihnen André Müller aus Gladbeck.

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