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Kirche in WDR 3 | 26.08.2022 | 07:50 Uhr

Die "guten Werte"

Guten Morgen.

Die Stimme der älteren Dame am anderen Ende der Leitung klingt fröhlich, laut, fast übermütig.

„Stellen Sie sich vor, Frau Pfarrerin, der Doktor hat gerade angerufen und gesagt, meine Werte sind alle in Ordnung. Ich fühle mich wie neu geboren. Ich gehe sofort runter in die Waschküche. Ich habe Kraft wie zehn Pferde!“

Ist das die gleiche Dame, die noch letzte Woche ganz verzagt und ängstlich war? Die nicht wusste, wie sie die Treppen hochkommen sollte? Der Körper ist doch noch immer der gleiche, oder?

Als sie den Hörer auflegt frage ich mich: Was ist das nur für eine Sache mit den „guten Werten“? Dass es einen solchen Unterschied macht, wie es der Dame geht, hängt von einer guten Nachricht ab. Mit dem Satz „Ihre Werte sind gut.“ ist alles Niederdrückende, alle Sorge und Kummer im Nu verflogen. Ob ihr Arzt weiß, welche Macht sein Wort hat?

Es ist ja ein bekanntes Phänomen, dass Seele, Geist und Körper aufs engste miteinander verbunden sind. Eine psychosomatische – eine seelisch-leibliche - Reaktion also, wenn eine gute Nachricht neue Kräfte weckt, Wohlbefinden und gute Laune macht.

Was mich dabei aber nachdenklich stimmt: Wie labil das Bewusstsein für die eigene körperliche Gesundheit doch ist. Wovon hängt es also ab, ob ich mich gesund und wohl fühle? Sport, gute Ernährung, Körperpflege und gute Nachrichten meines Arztes helfen bestimmt dabei. Und es bleibt trotzdem ein Geheimnis. Ebenso ein Geheimnis, wie die Tatsache, dass es einerseits schwer kranke Menschen gibt, die gegen alle „schlechten Werte“ doch weiterhin in Hoffnung und Zuversicht leben können und andererseits andere, denen es körperlich zwar gut geht, die aber dennoch verzweifelt und traurig durchs Leben gehen.

Als Christin umfasst für mich das Geheimnis der Gesundheit aber noch viel mehr: Ich sehe alles Wohl und Wehe, das ganze menschliche Geschick, in den Plan Gottes mit dem Menschen mit einbezogen.

Eine Strophe des Kirchenliedes „Lobe den Herren“ des Dichters Paul Gerhardt, drückt es so aus:

Dass unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen.“ (eg 447,3)


Und das Bemerkenswerte daran: Paul Gerhardt beschreibt nicht nur, dass ich ein durch und durch lebendiges, fühlendes Wesen bin, sondern er schreibt sein Kirchenlied als ein großes Lob und Dankeschön an Gott. Unsere Sinne, Händ` und Füße, alles was wir haben – alles können wir gebrauchen, um dem Schöpfer einfach mal danke zu sagen.

Danke für das Geschenk, dass in mir endlich schlummernde Lebenskräfte aufwachen, und wenn ich ängstlich bin, Gott mich aufrichtet.

Manchmal mit einem kleinen segensreichen Satz wie diesem: „Ihre Werte sind gut“. Und schon geht es mit frischem Mut an die tägliche Arbeit - sei es in der Waschküche, im Büro, auf der Baustelle oder im Homeoffice.


Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen, Ihre Pfarrerin Nicola Thomas-Landgrebe aus Köln.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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