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Kirche in WDR 3 | 25.10.2022 | 07:50 Uhr

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Perlenkette

Guten Morgen!

Da hat doch tatsächlich mein 16-jähriger Sohn in meinem Schmuckkästchen ge-stöbert! Mit einer meiner Ketten in der Hand fragt er: „Sag mal, kann ich die ausleihen?“ Ich stutze: „Was um alles in der Welt willst Du mit einer Perlenkette?“ Er antwortet: „Natürlich tragen! Das ist bei Jungs in meinem Alter gerade voll der Trend.“ „So?“, ich bin echt überrascht, aber warum sollten Perlenketten nur Lieblingsstücke von Mädchen sein, von Müttern und Omas - oder der kürzlich verstorbenen Queen. „Da hast Du Dir aber ein ganz besonderes Schmuckstück ausgesucht.“, sage ich. „Diese Kette mit dem kleinen Kreuz in der Mitte habe ich mir gekauft, weil sie mich an einen Rosenkranz erinnert.“ Und mein Sohn hat nur Fragezeichen in den Augen: „Äh … was ist ein Rosenkranz?“

Also reden wir kurz jenseits von jugendlichen Modetrends. „Das kann ich Dir schnell erklären. Ganz einfach: ein Rosenkranz ist eine Gebetskette. Man trägt sie nicht um den Hals, sondern hält sie in der Hand. Zu jeder der 59 Perlen und auch zu dem Kreuz in der Mitte gehört ein festgelegtes Gebet, ein Vaterunser oder ein Ave-Maria.“ Mit einem gewissen Schalk im Nacken setzt mein Sohnemann nach: „Und wenn man nicht aufpasst und sich verzählt, muss man nochmal von vorn anfangen?“ „Nein, natürlich nicht. Das Gebet ist für Gläubige kein Spiel, sondern eine Art der Meditation. Dafür dass man bei den aufeinanderfolgenden Gebetseinheiten nicht den Überblick verliert, sorgt diese Zählkette. Wer Perle für Perle durch die Finger gleiten lässt, kann sich leichter konzentrieren und es hilft auch dabei in Gemeinschaft zu sprechen.“

Mein Sohn stöhnt leicht: „Boa, so viele Gebete. Das dauert dann bestimmt ganz schön lange.“ „Ja, so mal eben schnell geht das nicht. Aber dafür ist diese Art des Betens auch nicht gedacht. Für das, was dir wichtig ist, nimmst du dir doch auch gern extra Zeit. Weißt Du, für viele Menschen auf der ganzen Welt hat das Rosenkranzgebet eine besondere Bedeutung. Sie fühlen sich dadurch Gott nahe. Es hilft ihnen an Jesus zu denken und sie verehren damit Maria, seine Mutter. Andere spüren Trost oder sie können mit den ständig wiederholenden Worten einfach in sich selbst zur Ruhe kommen.“

Und dann erlaube ich mir die Frage an ihn: „Wie betest du denn?“ Und mein Sohn sagt nur: „Anders.“. Mehr verrät er nicht, signalisiert mir eher, dass das seine persönliche Sache ist. Das kann ich gut verstehen. Ich rede auch nicht gern über das beten, sondern tue es einfach. Und auch gern frei und leise. So, wie es mir aus dem Herzen kommt. Dabei richte ich meine Gedanken auf Gott hin aus. Gott ist mein Schöpfer, meine Kraftquelle, mein „Vater im Himmel“, an den ich mich vertrauensvoll wende. Manchmal reihen sich dabei zahlreiche Gedanken aneinander, so wie die Perlen meiner Kette. Manchmal ist es aber auch nur ein ganz kurzer, einfach gesagter Satz. So wie dieser: „Gott sei Dank!“

Mein Sohn hat die Perlenkette übrigens dann getragen und das steht sich doch gut zum jetzt auslaufenden Oktober, der in der katholischen Kirche traditionell als „Rosenkranzmonat“ gilt.

Es grüßt Sie heute Annkathrin Tadday aus Detmold

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