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Kirche in WDR 3 | 27.10.2022 | 07:50 Uhr

Gutes fetzt!

„Gutes fetzt!“, das behauptet Bastian Melnyk. Nein, ich zitiere nicht den ehemaligen Botschafter der Ukraine. Bastian Melnyk ist Cartoon-Zeichner aus Stuttgart und hat sich für heute einen Feiertag ausgedacht.

Viele seiner ungewöhnlichen Fest-Ideen wurden in den „Kalender der kuriosen Feiertage“ aufgenommen - so auch die für heute, den 27. Oktober. Heute ist der deutschlandweite „Mit-Absicht-Geld-verlieren-Tag“. Ja, Sie haben richtig gehört: Ein Tag des „absichtlich-Geld-verlierens“. Denn: „Gutes fetzt“.Im Internet habe ich erfahren, was es damit auf sich hat. Bastian Melnyk erklärt, warum der Verlust von Geld tatsächlich glücklich machen kann. Und alles, was es dazu braucht, sind: ein paar Cents in der Tasche, eine Portion Großzügigkeit und die Bereitschaft jemanden eine Freude zu machen. Das ist quasi die Ausrüstung für den heutigen „Mit-Absicht-Geld-verlieren-Tag“.

Vielleicht kennen Sie das ja selbst, wenn Sie aus heiterem Himmel irgendwo ein Geldstück finden: welch eine Freude. Ein Sekunden-Glück, das es bei den Kindern noch viel öfter gibt, als bei uns Erwachsenen! Für einen Moment fühlen wir uns erwählt, gesehen, beschenkt. Und Melnyk meint: Warum schenken wir nicht anderen diesen Moment, in dem wir absichtlich hier und da ein paar Cents liegen lassen und wissen, was das dann auslöst beim Finder, bei der Finderin? Es wäre doch so einfach, solch einem alltäglichen Glücksmoment bei anderen auf die Sprünge zu helfen. Entscheidend ist, dass ich eben mit dieser winzigen Geste etwas Gutes bewirken will und jemand anderes daran Freude hat. Also in diesem Sinne versteht der Erfinder seinen „Mit-Absicht-Geld-verlieren-Tag“: Gutes-tun verändert unsere Welt zum Guten hin. Und genau das ist klasse, das ist toll, das begeistert, salopp gesagt: das „fetzt“!

Nun gehe ich mal nicht davon aus, dass der Cartoonist aus Stuttgart bei seinem kuriosen Feiertag an Jesus gedacht hat. Aber: Jesus erzählt ein Gleichnis, das man auch nur versteht, wenn man diese Freude des unverhofften Findens kennt. Jesus sagt: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.“ (Mt 13,44)

Was Jesus hier meint, wenn er von dem Schatz im Acker spricht, das sind natürlich nicht ein paar Cents, das ist vielleicht das größte Geschenk, das ein Mensch bekommen kann, nämlich er meint den Glauben an sich. Wer den einmal gefunden hat, für den wird er so kostbar sein, dass alles andere weniger Wert hat. „Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß“.

Das ist das ist vielleicht die passenste Bibelstelle zu diesem Tag, lieber Bastian Melnyk. Und auch wenn ich nicht weiß, ob Sie Christ sind oder auch nicht. Ich finde sympatisch, dass Sie einen Feiertag erfunden haben, der im Grunde etwas sehr Christliches in sich trägt: Wer aus einem robusten Glauben lebt, der kann viel leichter beiläufig Gutes tun. Dem sind ein paar Cents egal. Denn er oder sie weiß: Liebe ist das einzige das wächst, in dem wir es verschenken….oder eben absichtlich verlieren. In jedem Falle wissen gläubige Menschen eigentlich sehr wohl dass: Gutes eben fetzt.

In diesem Sinne: lassen Sie es heute fetzen, oder klimpern, in jedem Fall, vergessen Sie nicht die kleine, gute Tat!

Ihre Annkathrin Tadday aus Detmold.

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