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Kirche in WDR 3 | 26.10.2022 | 07:50 Uhr

Eichhörnchenstrategie

Eichhörnchen klotzen ja gerade auf Hochtouren. Also, klotzen ist vielleicht das falsche Wort. Eichhörnchen horten gerade wie besessen Vorräte für den Winter.

Guten Morgen!

In den letzten Wochen konnte ich eins in meinem Garten dabei beobachten, wie es Nüsse und Eicheln zusammentrug, um sie in der Erde zu verbuddeln. Ich sag es Ihnen: da sind ganze Schatzkammern entstanden! Im kalten Winter wird es hier etwas Nahrhaftes zwischen die Zähne bekommen, denn es hatte ja in guten Zeiten vorgesorgt. Das kleine Tierchen ist mir richtig ans Herz gewachsen. Ich habe kürzlich sogar bemerkt, dass wir etwas gemeinsam haben: die „Eichhörnchenstrategie“.

So wie das Eichhörnchen, lege auch ich mir Vorräte für „harte Zeiten“ an. Es sind nicht solche, die meinen Magen füllen, sondern: ich horte Vorräte für Herz und Seele. In einem schmucken Holzkästchen sammle ich die unterschiedlichsten Spruchkarten. Darauf sind heitere, Mut machende, tröstende, hilfreiche und heilende Worte aus der Bibel zu lesen: Weisheiten, Zusagen, Aussagen und Gebete. Kommen dann Lebensphasen oder schwierige Tage, in denen es mir nicht gut geht, in denen ich jemanden leiden sehe, in denen mir der Boden unter den Füßen fehlt, dann nehme ich mir ein Hoffnungskärtchen heraus.

Einmal habe ich diesen Psalmvers entdeckt: „Ich hoffte, ja ich hoffte auf den HERRN. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien. Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast. Er stellte meine Füße auf Fels, machte fest meine Schritte.“ (Ps 40, 2+3) „Ja“, habe ich damals gedacht, „ja, genauso geht es mir und ich möchte darauf vertrauen, dass Gott auch meine Traurigkeit sieht, mit mir mitleidet und mich aus meinem Schlamassel wieder herauskommen lässt.“

Eine alte Frau hat mir einmal erzählt, dass sie als Kind Bibelverse nicht nur sammeln sogar noch auswendig lernen musste. „Und“, habe ich sie gefragt, „war das sinnvoll?“ „O ja“, hat sie geantwortet, „als Kind fand ich das nicht so toll. Heute bin ich dankbar, dass sich vieles in mein Gedächtnis eingegraben hat.“ Und dann hat sie mir einen Rat gegeben: "Lernen Sie ruhig gute Sprüche und einzelne Worte der Bibel auswendig. Es können ja Zeiten kommen, in denen Sie nichts mehr sehen können, nichts hören können oder nichts hören wollen. Oder in denen Sie nicht mehr hoffen und nicht mehr glauben können. Dann sind sie dennoch da, die alten Worte.“

Und es stimmt: in sprachlosen Zeiten ist es großartig einen Vorrat an wertvollen Worten zu haben. Ich nutze sie für mich selbst und spüre, wie Gottes Wort wirkt. Und wissen Sie was? Ich verschenke meine Bibel-Wort-Vorräte auch, wenn ich sehe, dass anderen so ein Wort gerade gut tun würde. Das Eichhörnchen und ich – da nutzen wir doch beide eine gute Strategie, um durch den Winter zu kommen. Und wir haben beide eine gut gefüllte Schatzkammer.

Schreiben Sie mir ruhig, wenn ich Ihnen daraus etwas zukommen lassen kann und kommen Sie gut durch den Tag,

Ihre Annkathrin Tadday aus Detmold

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