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Kirche in WDR 3 | 01.12.2022 | 07:50 Uhr

Vorfreude

Guten Morgen!


Heute Morgen war es endlich soweit. Ich durfte das erste Türchen an meinem Adventskalender aufmachen. Genaugenommen waren es zwei Türchen, denn ich habe zwei Adventskalender. Aber ist das nicht nur was für Kinder?


Vielleicht bin ich die Ausnahme? Ein erwachsener Mann, der sich jeden Morgen beim Öffnen der nächsten Tür freut. Nun muss ich zugeben, dass ich vor ein paar Tagen Geburtstag hatte. Und das Los der Geburtskinder von Ende November ist es wohl seit jeher, immer auch den ein oder anderen Adventskalender geschenkt zu bekommen. Jedenfalls erinnere ich mich an kaum ein Jahr wo es nicht gleich mehrere Exemplare waren.


Aber zurück zu den Kindern und der Frage, ob sie die „Hauptnutzer“ von Adventskalendern sind. Wenn Sie auch so dachten, weit gefehlt. Letzten Jahr hatten zwei Drittel der Deutschen einen eigenen Adventskalender. Die meisten haben ihr, wie ich, geschenkt bekommen. Aber immerhin ein Viertel der Deutschen kaufen ihren Adventkalender selbst. Am beliebtesten bleibt der süße Inhalt aus Schokolade. Aber der Markt ist schier grenzenlos. Tee, Gewürze, Spielzeug, Sinnsprüche, Gutscheine, Bier und vieles mehr finden sich in den Kalendern.


Der allererste Adventskalender hatte aber gar keine Türchen. Und es wartete auch nichts Süßes oder eine andere Überraschung. Der erste Adventskalender bestand aus 24 Kerzen auf einem großen Wagenrad. Genaugenommen war es der erste Adventkranz und der erste Adventskalender. 1839 wurde dieses Rad vom Theologen Johann Hinrich Wichern im Betsaal des Rauhen Hauses in Hamburg unter die Decke gehängt. Sein Ziel war es den Kindern, die in diesem Rettungsdorf wohnen die Adventszeit, die Zeit bis Weihnachten, deutlich zu machen. Für jeden Tag bis Weihnachten gab es eine Kerze. Erst einige Jahrzehnte später hatte der Adventskranz nur noch vier Kerzen und die ersten Adventskalender aus mit kleinen Türchen und Bildchen dahinter wurden aufgehängt.


Und so erinnert mich noch heute mein Adventskalender, dass Weihnachten immer näherkommt. Aber auch, dass Weihnachten noch nicht jetzt ist. Jetzt ist Advent, die Zeit, in der ich mich auf Weihnachten vorbereite. In den Einkaufzentren und Fußgängerzonen gibt es keinen Advent mehr. Hier blicken die Lichter an den Christbäumen, die Sterne leuchten und aus den Lautsprechern dudelt die Weihnachtsmusik.


Aber es dauert noch ganze 24 Tage bis Weihnachten. Und 24 Türchen sind noch zu öffnen. An Weihnachten, am 25. Dezember, kommt Gott in unsere Welt. Christinnen und Christen feiern die Geburt von Jesus Christus. Wir erwarten einen hohen Gast. Und so wie ich mich auch auf Besuch von Freunden oder Familie vorbereite, möchte ich mich auch auf diesen Gast vorbereiten. Advent bedeutet Ankunft. Die Adventszeit ist die Zeit der Vorbereitung und der Vorfreude auf die Ankunft Gottes in der Welt und das große Fest. Es ist gut, dass es sie gibt. So bleiben noch Zeit und noch 23 Türchen bis Weihnachten. Eine frohe und gesegnete Adventszeit.

Ihr Pfarrer Oliver Mahn aus Köln.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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