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Kirche in WDR 3 | 22.06.2024 | 07:50 Uhr

Wir können nichts falsch machen

"Du hast die freie Wahl. Such Dir einfach ein Instrument aus", sagt meine Freundin Sarah, die sich schon ans Klavier gesetzt hat. Ich schaue sie irritiert an. Ein Instrument aussuchen? Als ob ich auch nur eines davon bespielen könnte.

Im Kreis stehen ein Xylophon, ein Glockenspiel, ein Triangel, verschiedene Rasseln, Trommeln, eine Pauke und eine Klangschale. Hilfesuchend schweift mein Blick von einem Instrument zum anderen, als ich Sarah sagen höre: "Du kannst nichts falsch machen."

Ich kann nichts falsch machen... Ok, dann die Klangschale, denke ich, und greife zu zwei Holzschlägern mit flauschigen Fleeceköpfen.

Mein Herz rast. "Woher kommt jetzt diese Nervosität?", höre ich mich sagen und bin erstaunt wie verlegen mich die Situation macht.

Einmal tief einatmen und dann einfach was spielen, denke ich. Ich beginne am Rand der Klangschale, bei den hohen Tönen, und arbeite mich langsam nach innen vor. Dabei komme ich mir total blöd vor. In einem ausgedachten Rhythmus schlage ich die Töne an, als mich urplötzlich ein warmer harmonischer Klang überkommt.

Sarah ist mit ihrem Klavier in mein Musizieren eingestiegen. Obwohl sie nicht wissen kann, was ich als nächstes spiele, begleitet sie das, was ich tue. Und mit ihrer Resonanz am Klavier wird daraus etwas Wunderschönes.
Ich kann kaum glauben, wie toll wir zusammen klingen. Und wie sehr mich dieser Klang plötzlich beflügelt weiterzumachen.

Meine Freundin Sarah ist Musiktherapeutin. Sie nutzt Musik als psychotherapeutische Methode, um tiefe Gefühle freizulegen, um abseits vom Sprechen mit Ihren Patientinnen und Patienten zu kommunizieren.

Dass es mir unangenehm war, auf einem der Instrumente einfach loszuspielen, sei normal und sogar gewollt, erklärt sie mir später. "Du musstest einmal über deinen Schatten springen, hast dich mir geöffnet und nur so sind wir musikalisch in Verbindung gekommen."

Und ich denke Sarah hat Recht mit dem, was sie sagt: Nur wenn ich mich traue kreativ zu werden, gebe ich anderen die Möglichkeit einzusteigen und eine Verbindung mit mir einzugehen. Ich muss mich, auch wenn das manchmal ein Wagnis ist, anderen öffnen. Nicht zuletzt auch Gott gegenüber.

Immerhin kommt doch unsere Fähigkeit zur Kreativität von Gott. Bestseller-Autorin Julia Cameron sagt so schön: "Kreativität ist Gottes Geschenk an uns. Der Gebrauch unserer Kreativität ist das Geschenk, das wir an Gott zurückgeben." (Julia Cameron, Der Weg des Künstlers)

Vielleicht versuchen wir das in diesem Sommer mal: Die eigene Kreativität zu entfalten. Stellen wir uns - im übertragenen Sinne - an die Klangschale, probieren wir uns aus!

Viel kann nicht passieren. Außer, dass wir Resonanz bekommen.

Und das Beste ist doch: Auch vor Gott können wir nichts falsch machen.

Aus Köln grüßt Sie Verena Tröster.



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