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Kirche in WDR 3 | 04.07.2024 | 07:50 Uhr

Ghosting

Wurden Sie schonmal geghostet? Ok, das ist ein Beitrag von Kirche im WDR – aber ich meine ausnahmsweise nicht den Heiligen Geist. Jemand bricht plötzlich den Kontakt ab. Keine Erklärung, keine Vorwarnung. Das meine ich mit Ghosting.

Und das gibt‘s im Netz beim Online-Dating, in Freundschaften oder in Beziehungen. Ich habe das schon öfter erlebt. Da ist die Freundin, die wegzieht und von der ich plötzlich nichts mehr höre. Das Handy gezückt, eine Nachricht rausgehauen. Nichts kommt zurück. Und ich frag mich: Was ist los?

Ich wurde auch schon geblockt. Dann geht der Anruf oder die Nachricht nicht mal mehr durch. Das muss ich akzeptieren.

Aber ich merke auch: Mir fällt das unheimlich schwer. Das Akzeptieren. Vor allem, wenn man viel zusammen erlebt hat. Menschen gehen da sicherlich ganz unterschiedlich mit um. Ich kann das schwer haben. Ich denk mir dann: Bei einem Gespräch auf der Straße antworte ich doch auch und ignoriere nicht einfach so, drehe mich um oder gehe. Mitunter find ich das extrem respektlos. Und manchmal auch unbeholfen.

Klar, Beziehungen verändern sich. Aber, wenn einem wirklich was aneinander liegt – dann schmeißt man das doch nicht einfach weg. Oder?

Von Gott fühle ich mich manchmal auch geghostet. Ich suche und bete. Und doch: Stille. So oft. So oft das Gefühl, da ist nichts. Da kommt nichts zurück. Dann kommen die Fragen in meinem Kopf. Gibt es dich? Mach ich mir nur was vor?

Ich steh da und bin völlig ratlos. Keine Erklärung. Kein Kontakt. Leere.

Vor Jahren wurde ich von einem Menschen geghostet, mit dem ich viel erlebt habe. Der war mir wirklich wichtig. Und dann war vorbei. Von heute auf morgen.

In ein paar Wochen geht meine Ausbildung zum Pastoralreferenten zu Ende. In solchen Phasen blicke ich zurück. Und ich hatte das Bedürfnis, diesem Menschen davon zu erzählen. Aber das ging ja nicht mehr. Also habe ich eine E-Mail geschrieben. Zeile um Zeile. Adressfeld ausgefüllt. Und raus.

Ich habe auch gar nichts erwartet. Mir ging es darum, gut abzuschließen. Versöhnt zurückzuschauen. Eigentlich habe ich das nur für mich getan. Dann, ein paar Tage später, kam eine Antwort. Vielleicht gehen wir bald mal einen Kaffee trinken.

Und das hat mich echt umgehauen.

Nicht, dass Sie jetzt denken: Was für ein Stalker. Es ist absolut wichtig Grenzen zu erkennen und auch zu achten. Und trotzdem bin ich überzeugt: Manchmal lohnt es sich, Menschen und auch Gott nicht sofort abzuschreiben. Ihnen und ihm eine zweite Chance zu geben. Selbst dann, wenn man Jahre lang geghostet wurde.


Ich grüße Sie aus Herten. Ihr Stephan Orth.


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