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Kirche in WDR 4 | 07.07.2014 | 08:55 Uhr

Alles in Ordnung (Lk 5, 27-32)

Autor: Guten Morgen, liebe Hörerin, guten Morgen, lieber Hörer! Das Sortieren und Ordnung halten fällt mir immer wieder schwer und ich bewundere Leute, denen das scheinbar leicht von der Hand geht. Denn wenn ich meinen Schreibtisch anschaue und die ungeordnete Papierflut darauf, dann hätte ich gerne etwas geordnetere Verhältnisse. Ich sage mir dann zur eigenen Beruhigung: Ordnung ist zwar das halbe Leben – ich kümmere mich jetzt aber um die andere Hälfte.

Nur, irgendwann muss es sein. Aufräumen. Heute am Wochenanfang ist so ein Tag, an dem das wieder ansteht: Klarheit schaffen, damit ich weiß, was in dieser Woche zu tun ist und was ich auf den Stapel „Später noch mal anschauen“ packen kann. Wenn das geschafft ist, dann bin ich erstmal zufrieden – und das im wahrsten Sinn des Wortes – ich bin zum Frieden gekommen – oder der Frieden ist bei mir wieder eingekehrt. Wenn ich nämlich in meiner Unordnung zu versinken drohe, dann macht sich immer das Gefühl von Unsicherheit und Unzufriedenheit in mir breit.

Dieses Gefühl wird auch die Leute beschlichen haben, die Jesus bei seinen Aktionen beobachteten. Er hat immer wieder gegen die bestehenden Ordnungen gelebt und damit für erhebliche Unruhe und Unsicherheit gesorgt. Als Jesus dabei war, seinen Jüngerkreis zusammenzustellen, da hat er sich unter anderem einen Zolleinnehmer ausgesucht. Der hieß Levi und arbeitete in seiner Funktion als Zöllner mit der damaligen verhassten Besatzungsmacht, den Römern zusammen. Deswegen galt er als Verräter. Doch noch schlimmer: Zolleinnehmer nahmen den Leuten auch gerne einmal etwas mehr als vorgesehen ab – sie galten als notorische Betrüger. Und so einen Menschen holt Jesus in seine allernächste Umgebung. Levi freut sich so darüber, dass er für Jesus ein großes Festessen in seinem Haus gibt. Hören Sie dazu den biblischen Originalton:

Sprecherin: [An diesem Festessen] nahmen viele seiner bisherigen Kollegen und andere Bekannte teil. Die Pharisäer, besonders die Gesetzeslehrer unter ihnen, murrten darüber und sagten zu den Jüngern: »Warum eßt und trinkt ihr mit den Zolleinnehmern und ähnlichem Volk?« Aber Jesus antwortete ihnen: »Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, solche Menschen in Gottes neue Welt einzuladen, bei denen alles in Ordnung ist, sondern solche, die Gott den Rücken gekehrt haben. Sie soll ich dazu aufrufen, ihr Leben zu ändern.« (Lukas 5, 27-32)

Autor: Jesus weiß sehr genau, dass bei den Zöllnern einiges im Argen liegt. Er bezeichnet deren Lebenssituation als krank. Die Freunde der allgemeinen Ordnung, die Gesetzeslehrer hätten gerne, dass Jesus diese unordentlichen Typen meidet und dass er ihre eigene Lebensauffassung bestätigt: Ordnung muss sein!

Schön, fragt sich nur was für eine. Die Ordnung, die Jesus umsetzt, hat mit starren Konventionen oder dem aufgeräumten Schreibtisch wenig zu tun. Seine Ordnung dient dem Leben, dem Zusammenleben. Deswegen kümmert er sich um die, die irgendwie rausgefallen sind. Ausgegrenzt. Als kriminell, unseriös, krank. Jesus gibt ihnen einen Platz in der Gemeinschaft. Das ist seine Ordnung. An einer anderen Stelle in der Bibel steht: „Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens“ (1. Korinther 14,33)

Das Gegenteil von Unordnung ist also nicht Ordnung, sondern – Friede, eine Situation, in der wir zusammenleben können. In der ich andere nicht ausgrenze, weil sie anders sind oder unbequem. Diesem Ziel soll alle Ordnung dienen. Ordnung ist nie Selbstzweck.

Ich wünsche Ihnen, dass sie heute dieser lebensfreundlichen Ordnung auf die Spur kommen. Ihr Eberhard Helling, Pfarrer aus Lübbecke.

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