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Kirche in WDR 4 | 10.10.2014 | 08:55 Uhr

Vom Gelassensein

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

In der Schulzeit unserer Kinder ging ich regelmäßig zu ihren Elternsprechtagen.

Ich erhielt von ihnen eine Liste mit den Namen der Lehrerinnen und Lehrer, mit denen ich sprechen sollte. Ferner einen Informationszettel, wann und in welchen Räumen die Gespräche stattfinden sollten. Vor den Klassentüren standen Stühle. Meist nahm ich ein Buch mit und las, um mir die Wartezeiten zu verkürzen.

Ich erinnere mich, dass mir bei jedem Sprechtag ein Vater besonders auffiel. Dieser Vater rannte Jahr für Jahr wie gehetzt die Flure auf und ab. Dabei wedelte er mit Zetteln. Er war die Unruhe in Person.

An diesen Vater muss ich denken, wenn ich selber Unruhe in mir verspüre.

Sein äußeres Erscheinungsbild wird für mich zu einem Bild in meinem eigenen Inneren. Hetz doch nicht so, sage ich dann zu mir, oder: Immer mit der Ruhe!

Aber das ist manchmal nicht so leicht. Oft sind es gar nicht äußere Umstände, die zur Eile antreiben. Oft sind es innere Beweggründe. Wie vielleicht auch bei dem Vater am Elternsprechtag. Was wird ihn umhergetrieben haben? Zeitnot kann es nicht gewesen sein, denn die Sprechzeiten waren festgelegt. Vielleicht Sorgen über schlechte Noten seiner Kinder? Vielleicht negative Erinnerungen an die eigene Schulzeit? Vielleicht die ungewohnte Rolle, die er an diesem Tag spielte?

Walt Disney hat in seinem Dschungelbuch eine liebenswerte Gestalt geschaffen: den Bären Balu. Dieser gutmütige Geselle gibt uns eine wohltuende Lebensweisheit mit auf den täglichen Weg. Er singt, indem er gemächlich durch den Dschungel tanzt: Versuch’s mal mit Gemütlichkeit.

Damit ist gemeint, das Lebenstempo herunterzufahren. Sich eher auf einen Stuhl zu setzen, als 100 Mal daran vorbeizulaufen.

Und dabei geht’s ums Ausprobieren: Versuch’s mal mit Gemütlichkeit.

Auch Menschen auf der Suche nach Gott ist innere Unruhe nicht fremd.

Gerade sie, die bewusst Stille und Schweigen suchen, kennen den Lärm im eigenen Inneren. Gerade dann, wenn sie einen ruhigen Raum aufsuchen, gerade dann, wenn sie Menschenmassen meiden und sich auf sich selbst besinnen wollen. Dann tauchen all die Fratzen auf, die irritieren und kritisieren: Maßregelungen der Eltern aus früher Kindheit, Nörgeleien aus der Chefetage, Wichtigtuereien von Kollegen, Mäkeleien der eigenen Kinder. Diese Litanei kann fortgesetzt werden.

Und doch. Und doch ist der einzige Widersacher gegen Unrast und Hektik das gelassene Verweilen.

Jesus zog sich oft aus Menschenmassen, aus all den Anforderungen an ihn zurück an einen ruhigen Ort: in die Wüste, in einen umzäunten Garten oder auf einen Berg. Dort suchte er im Gebet Kontakt zu Gott. Er breitete alles Erlebte seines Alltags vor Gott aus. Dabei wurde er mit seiner persönlichen menschlichen Begrenztheit konfrontiert. Jesus hatte Angst, Jesus weinte. Bei Gott suchte er Halt, Richtung und Kraft, den eigenen Weg erkennen und gehen zu können.

Lebendiger Gott, ich möchte heute versuchen, meiner Hektik und Unruhe Gelassenheit entgegenzusetzen. Verweilende Gelassenheit. Und es wagen,

Dich in diesem Innehalten an meinem Leben teilnehmen zu lassen.

Einen guten Tag wünscht Ihnen Petra Fietzek aus Coesfeld.

Copyright Vorschaubild: Pixelteufel CC-BY 2.0 flickr

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