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Kirche in WDR 4 | 20.02.2015 | 08:55 Uhr

Wissen wohin! (Lukas 13,31-33)

Guten Morgen! Eigentlich ist es ja gut, wenn ich weiß, worauf heute alles hinausläuft - eigentlich. Was aber, wenn ich schon jetzt weiß, dass es, vielleicht nicht heute, aber schon bald, sehr bald zu einer heftigen Auseinandersetzung kommen wird? Nun - ich lege mir am besten jetzt schon meine Argumente und Strategien zurecht, die ich brauchen werde, um die Auseinandersetzung zu bestehen. Ich spiele immer wieder die Situationen durch, in die mich mein Gegenüber bringen wird. Und ich hoffe, dass ich dann Leute an meiner Seite habe, die mir helfen, durch zu kommen.

Ob es Jesus auch so ergangen ist? Auf jeden Fall weiß er, dass er mit den Mächtigen und einflussreichen Leuten seiner Zeit aneinander geraten wird. Besser gesagt: Er ist schon an verschiedenen Stellen mit ihnen aneinander geraten. So hat er bereits einige Streitgespräche mit Pharisäern geführt. (1)

Pharisäer gehören zu einer wichtigen religiösen Bewegung. Sie wollen durch einen vorbildhaften religiösen Lebensstil die Macht der Römer brechen, die ihre Heimat besetzt halten. An vielen Stellen hat Jesus ganz ähnliche Auffassungen wie sie, einige aus dieser Bewegung sind ihm sehr nah. Wenn es grundsätzlich darum geht, Gott den ersten Platz im Leben einzuräumen, dann kann Jesus sich mit den Pharisäern gut verständigen. Aber wenn gefragt wird, was das nun praktisch bedeutet - wie man zum Beispiel den Ruhetag, den Schabbat angemessen begehen soll – dann ist es zwischen Jesus und einigen Vertretern dieser Bewegung schon zu heftigem Streit gekommen.

Aber das war erst der Anfang der Auseinandersetzung, die Jesus vor sich hat. Er stellt sich darauf ein, dass es zu der entscheidenden Auseinandersetzung noch kommen wird. Die Pharisäer sind eine wichtige Bewegung, die sich über das ganze Land verteilt; sie haben großen Einfluss auf das Denken der Leute; aber die eigentlichen Machthaber sitzen woanders. Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem, ins Zentrum der Macht. Es sind nun ein paar Pharisäer, die ihm mitteilen, was er dort zu erwarten hat – auch wenn er das schon längst weiß. Sie sagen zu ihm:

„Mach dich auf und geh weg von hier; denn (König) Herodes will dich töten.“ Darauf sagt Jesus zu ihnen; „Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe böse Geister aus und mache gesund heute und morgen, und am dritten Tage werde ich vollendet sein.“

Herodes, ein jüdischer Machthaber von Roms Gnaden. Herodes will Ruhe im Land, die Römer sollen mit ihm zufrieden sein. Leute, die man nicht einschätzen kann, Quertreiber, wie dieser Jesus aus der Provinz, sie stören. Die Pharisäer, die Jesus warnen, sie scheinen Zugang zu Herodes zu haben, sind bestens informiert. Jesus durchschaut das Spiel. Er hat sehr klar vor Augen, was ihn in Jerusalem erwartet: sein Tod – aber nicht nur das. Denn er weiß, mit welcher Macht im Rücken er nach Jerusalem, in die Hauptstadt kommt. Es ist die Macht, die stärker ist, als die zerstörerischen Kräfte der Römer und ihres Speichelleckers Herodes. Jesu Macht ist die Macht des Gesundmachens und Heilens. Da haben die Kräfte, die nur Töten und Vernichten können keine Chance. Ja, Jesus wird umkommen – aber das wird nicht das letzte Wort sein. Das weiß er auch. Er weiß, dass Gott, sein himmlischer Vater das letzte Wort sprechen wird und das wird ein Wort des Lebens sein. Und diese Gewissheit gibt er seinen Jüngerinnen und Jüngern und uns heute mit auf den Weg.

Eine gute Gewissheit, um in Auseinandersetzungen zu bestehen - findet Ihr Eberhard Helling, Pfarrer aus Lübbecke.

(1) vgl. Mitri Raheb, Glaube unter imperialer Macht, Gütersloh 2014, S. 123 ff; hier beschreibt der arabisch-lutherische Pfarrer Mitri Raheb aus Bethlehem die Strategien, die Palästinenser immer wieder gegen die Besatzungsmächte ihres Landes angewandt haben, zu den Pharisäern s. S. 126ff: Das religiöse Gesetz befolgen.

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