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Sonntagskirche | 02.08.2015 | 08:55 Uhr

Ich bin viele

Guten Morgen.

Ich bin viele.

Einer, dem alles zufliegt. Einer, der einen tollen Job und eine unglaublich nette Familie hat. Er hat genug Geld und Charme. Ein Glückskind eben. Kein Urlaubsort, an dem er noch nicht war. Keine Prämie, die er nicht mitnimmt. Und keiner, der nicht gerne in seiner Nähe wäre. So einer bin auch ich.

Eine, die öfter etwas Neues anfängt. Eine, die nicht lange an einem Ort bleibt. Dann zieht es sie wieder fort. Nach einer Weile wird es ihr langweilig. Öde. Es kostet Kraft immer wieder neu zu beginnen. So eine bin auch ich.

Einer, dem Nichts wirklich gelingen will. Depressionen sagen die einen, Drogen sagen die anderen. Er sagt eigentlich nichts. Was er will, weiß er nicht so richtig. Was er soll, wissen die anderen. So einer bin auch ich.

Eine, die immer übersehen wird. Sie ist zuverlässig, gewissenhaft, freundlich. Und ein bisschen still. So wird sie kaum bemerkt. Sie geht unter im Getümmel der Alphatiere. Sie ruft – etwas verhalten – Hallo, ich bin auch noch da! So eine bin auch ich.

Und ums scheitern und gelingen geht’s in einem Gleichnis, das Jesus erzählt:

Sprecher:

„Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unterm Himmel fraßen‘s auf. Und einiges fiel auf den Fels; und als alles aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen auf und erstickten‘s. Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht!“

Natürlich geht das heute mit dem Säen ein bisschen anders: Der moderne Landwirt stellt die Saatmaschine so ein, dass das Saatgut optimal verteilt wird. Der Sämann in der Geschichte dagegen: Ohne groß nachzudenken streut er seine Saat aus. Er ist alles andere als geizig.

Der Sämann steht für Gott. Er schenkt seine Liebe, das Samenkorn des Lebens. Den Keim, die Möglichkeit des Lebens und Wachsens. Er weckt die Hoffnung, dass nicht alles bleiben muss wie es ist, das Zutrauen ins Leben. Gott sät großzügig aus: Das Samenkorn namens Zuneigung: Du kannst neu anfangen, du schaffst das. Er schenkt Chancen: Hier, ein neuer Weg! Und er setzt den Keim der Liebe, die verbindet, die glaubt und hofft und das Gute sieht.

Gott streut großzügig aus – doch nicht immer gedeiht alles im besten Sinne. Jede Sekunde und Minute kann mich seine Liebe berühren und einen guten Keim hervorbringen oder auch nicht. Ich bin viele: Ich bin der eine, dem alles gelingt. Und ich bin die, die immer wieder neu anfängt. Aufstehen, zurück auf Start. Ich bin der, der nichts hinbekommt, und ich bin die, die übersehen und überrannt wird. All das bin ich. Manches gelingt, manches misslingt.

Gott schenkt seine Liebe im verschwenderischen Überfluss. Verschenkt seine Liebe, streut sie aus. Legt sie mir in Kopf, Hand und Herz. Mehr Liebe, als ich brauche. Kein Grund zur Sparsamkeit. Und wenn alles blüht, sät er noch mehr Liebe aus. Davon kann ich leben und weitergeben.

Einen verschwenderischen Sonntag wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Miriam Haseleu aus Köln.

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