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Sonntagskirche | 24.01.2016 | 08:55 Uhr

Importbraut

Guten Morgen!

„Schwöre mir, dass du dafür sorgst, dass mein Sohn Isaak keine Frau aus diesem Land heiraten wird. Zieh vielmehr heim in mein Vaterland, zu meiner früheren Verwandtschaft und suche dort eine Frau für meinen Sohn.“

Diesen Eid nimmt der Erzvater Abraham seinem treuesten Knecht ab, kurz vor seinem Tod. Es folgt die Geschichte einer langen und beschwerlichen Brautfahrt – von Kanaan zurück ins ferne Mesopotamien, von wo aus Abraham einst aufgebrochen war. Dort findet Abrahams Knecht die junge Frau Rebekka. Sie kommt mit nach Kanaan. Dort wird sie Isaaks Frau.

Heirate nur keine von den Töchtern dieses Landes! Viele Familien, die einmal aus der Ferne zu uns gekommen sind, unternehmen auch heute noch lange Reisen, um die passende Frau für ihren Sohn zu finden.

In der Bibel lese ich, wie es weitergeht: Abraham und seine Frau Sarah, Isaak und Rebekka, Jakob und seine zwölf Söhne, die 12 Stämme Israels: Sie alle leben noch Generationen später als Fremde im Land Kanaan, immer auf Abgrenzung bedacht! Ganz zuletzt führt diese Abgrenzung in einen Krieg. Einen Krieg zwischen dem Volk Israel und den einheimischen Kanaannäern. Ein Krieg, der Generationen lang währt, wenn nicht bis heute.

Nimm nur ja keine von den Töchtern dieses Landes zur Frau! Wie leicht werden Menschen unterschiedlicher Kulturen zu Feinden! Dabei könnten die, die sich in Liebe finden, die Kulturen doch verbinden! Allerdings: Wenn Mehmet und Marie zusammenkommen oder Hylia und Tom, dann ist es für sie nicht leicht. Wenn man mit unterschiedlichen Vorstellungen davon aufgewachsen ist, wie ein Mann zu sein hat und wie eine Frau, dann führt das zu Spannungen. Es ist eine Aufgabe auch für die Kirchen, solchen Eheleuten spezielle Hilfestellungen anzubieten, in interkulturellen Erziehungs- und Eheberatungsstellen zum Beispiel.

Für die Gesellschaft drumherum werden diese kulturverbindenden Partnerschaften ein wahrer Segen sein. Die Töchter des Landes, die Söhne der Fremde, die Söhne von hier und die Töchter aus der Ferne: Wenn sie die Möglichkeit haben, in Liebe bei einander zu bleiben – dann ist diese Gesellschaft auf Versöhnungskurs.

Nimm nur ja keine von den Töchtern dieses Landes zur Frau! Wie schroff diese Anweisung plötzlich klingt. Ob sie wirklich von Abraham selbst stammt? Übersetzt heißt der Name Abraham ja „Vater vieler Völker“. Ob jemand, der diesen Namen trug, wirklich die Gegensätze vertiefen wollte? Vieles spricht dafür, dass man Abraham diesen Satz im Nachhinein in den Mund gelegt hat. Ihm selbst wäre wohl eine ganz andere Wendung der Geschichte lieber gewesen. Zum Beispiel die folgende:

Auf dem Sterbebett ruft Abraham seinen treuen Knecht an sein Lager und bittet ihn: „Hab acht darauf, dass sich mein Sohn Isaak eine Frau sucht, die sein Herz höher schlagen lässt. Er soll eine von den Töchtern dieses Landes wählen, die ihm vom Wesen und Aussehen her gefällt. So soll es mein Sohn Isaak tun, und sein Sohn und seine Töchter auch, und wiederum die Töchter und Söhne seiner Kinder. Dies soll zum Frieden dienen zwischen mir und meinen Nachkommen und denen, die mit uns in diesem Lande wohnen.“

Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen, Pfarrer Ulrich Pohl in Kirchherten.

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