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Kirche in WDR 4 | 30.01.2014 | 08:55 Uhr

Gott vertrauen wie Kinder es tun

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Normalerweise sind es die Kinder, die von den Erwachsenen zu lernen haben. Und das ist auch gut so. Die Sprache, das Verhalten im Straßenverkehr, den rechten Umgang mit anderen Menschen – all das und vieles mehr lernen Kinder von ihren Eltern, von Lehrern und Lehrerinnen in der Schule oder von anderen Erwachsenen. Was aber, wenn das einmal auf den Kopf gestellt wird? Was können Erwachsene von Kindern lernen?

Der Evangelist Markus berichtet, dass einmal Kinder zu Jesus gebracht wurden, damit er ihnen die Hände auflege. Kinder zählten bei den Jüngern Jesu wie in der gesamten damaligen Gesellschaft – aber leider auch heute noch in vielen Ländern der Welt – nicht viel. Kinder stören nur. So wiesen die Jünger die Kinder schroff ab. Jesus beobachtete das. Er wurde unwillig und belehrte die Jünger: „Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran. Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.“ Ja, er betonte noch stärker: „Wer das Reich Gottes nicht annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ (vgl. Mk 10.13-16)

Jesus dreht die Verhältnisse einfach um. Hier sind es die Erwachsenen, die von den Kindern etwas lernen sollen. Wenn es um das Reich Gottes geht, sind sie offenbar die Meister.

Was haben Kinder eigentlich so Bemerkenswertes an sich, dass sie in dieser Frage uns Erwachsene in den Schatten stellen können? Welche Eigenschaft ist es, die sie für uns zum Vorbild machen?

Sind Kinder etwa besonders brav, so dass sie dem Göttlichen näher sind als wir Erwachsene?

Nun, wer mit Kindern zu tun hat, weiß, dass das nicht unbedingt der Fall ist. Sicher, sie können noch keine existentiellen Entscheidungen treffen und sich deshalb auch nicht im Tiefsten wie Erwachsene gegen Gott und seine Gebote entscheiden. Aber „brav“ sind sie trotzdem nicht immer. Und sie wissen selbst auch, dass das so ist. Sie wissen, dass es nicht gut ist, zu lügen oder einem anderen Kind gegenüber gemein zu sein, oder was auch sonst immer an Ungutem im kindlichen Alltag vorkommen mag. Nein, daran kann es nicht liegen, dass Jesus sie uns Erwachsenen zum Vorbild gab.

Ich glaube, es liegt daran, dass Kinder anderen Menschen, insbesondere auch ihren Eltern, uneingeschränktes Vertrauen schenken. Kinder fragen nicht, ob dieses Vertrauen gerechtfertigt ist. Sie sind so unbekümmert offen, dass wir sie manchmal sogar warnen müssen vor Menschen, die das ihnen erwiesene Vertrauen missbrauchen könnten. Kinder vertrauen anderen Menschen ohne Hintergedanken. Und genau zu einem solchen Vertrauen dem Vater im Himmel gegenüber lädt Jesus die erwachsenen Menschen ein.

Das ist für uns Erwachsene nicht immer leicht. Der Zweifel, so heißt es, ist der Bruder des Glaubens. Das stimmt. Papst Franziskus sagt: „Wenn jemand behauptet, er sei Gott mit absoluter Sicherheit begegnet und nicht berührt ist von einem Schatten der Unsicherheit, dann läuft etwas schief.“ Denn: „Man muss Platz für den Herrn lassen, nicht für unsere Sicherheiten.“

Aber um Sicherheiten im Glauben geht es ja gerade nicht, wenn Jesus uns Erwachsenen Kinder zum Vorbild gibt. Es geht vielmehr um das Wagnis des Glaubens. Bei Kindern erlebe ich immer wieder, dass sie sich ganz unbefangen darauf einlassen, indem sie Glauben und Vertrauen schenken. Da wünsche ich mir tatsächlich, so zu werden wie sie.

Ich bin Pfarrer Löckmann aus Paderborn und wünsche Ihnen einen guten Tag!

Aus dem Interview mit Antonio Spadaro SJ, veröffentlicht in: Stimmen der Zeit, hier zitiert nach: http://www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/online_exklusiv/details_html?k_beitrag=3906433.

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