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Kirche in WDR 4 | 27.09.2016 | 08:55 Uhr

Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen

Guten Morgen! Ich war nur kurz weg zur abendlichen Teambesprechung unseres Konfi-Camps. Mit 200 Jugendlichen sind wir zum Zelten unterwegs und haben kleine Lagerdörfer gebildet. Es ist schon fast Mitternacht. In der Mitte unseres Lagerdorfes stehen meine Teamer zusammen. Sie sind aufgeregt: „Es hat eine Schlägerei gegeben! In einem Jungenzelt!“ Nun - auf Nachfrage reduziert sich die Schlägerei auf ein Schubsen und wohl auch eine Ohrfeige. „Dennis wollte schlafen, aber Lars hat sie alle wachgehalten.“ In der Nacht vorher soll es genau umgekehrt gewesen sein. Da hat Dennis die Nacht zum Tag gemacht. Heute Abend gab ein Wort das andere. Dann hat Lars zugeschlagen. „Was habt ihr unternommen?“ frage ich meine Mitarbeiter. „Wir haben die beiden erst mal getrennt. Dennis schläft heute Nacht bei uns im Zelt.“ Das war klug. Ich sage: „Gut gemacht. Morgen rede ich mit den beiden; jetzt schlaft erst mal.“

Beim Frühstück herrscht dicke Luft zwischen Dennis und Lars. Nachher rufe ich jeden einzeln in mein Zelt und lasse mir erzählen. Zu jedem sage ich das Gleiche: „Ich verstehe Euren Ärger übereinander. Aber dass ihr euren Streit mit körperlicher Gewalt ausgetragen habt, war eine so blöde Entscheidung, die hätte ich euch gar nicht zugetraut. Ich habe euch für klüger gehalten. Drüber reden wäre intelligenter gewesen. Das hätte besser zu euch gepasst.“

Bis mittags gehen sie sich noch aus dem Weg. Kurz nach Mittag kommen Dennis und Lars, einander die Arme um die Schultern gelegt, mit einem Ball zu mir und sagen: „Ist alles wieder in Ordnung.“ „Na dann, viel Spaß zusammen,“, rufe ich ihnen nach. Da haben die beiden wohl in der letzten Stunde zusammen geredet. Und zwar alleine. Den Teamern, die in der Nacht so besonnen reagiert haben, sage ich, dass ich sie klasse finde und stolz auf sie bin.

Mir ist noch einmal sehr deutlich geworden, dass es normalerweise keinen gibt, der sich in einem Konflikt wohl fühlt. Wenn es unter Erwachsenen doch auch immer so schnell gehen könnte, einen Streit zu begraben, statt ihn eskalieren zu lassen. Dennis und Lars wollten auf keinen Fall als blöd gelten. Längst schon hatten sie gemerkt, dass eine Grenze überschritten war. Wenn Ärger sich in Zorn, gar Wut steigert, ist der Schritt Böses zu tun nicht weit. Und schlagen ist böse.

Die Bibel steckt voller Weisheiten, die uns davor bewahren uns selbst unglücklich zu machen. So heißt es einmal: „Euer Zorn soll nicht dazu führen, dass ihr Schuld auf euch ladet! Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“ (Epheser 4,26) Unterstützt wird diese Weisheit durch andere kluge Ratschläge. Sie laufen alle darauf hinaus: Lieber miteinander reden, bevor der Ärger in Wut und Hass umschlägt.

Nicht immer verläuft das Reden wohl so schnell und gut wie bei Dennis und Lars. Oft ist es ein mühsames Geschäft. Aber probieren Sie es aus, es lohnt sich wirklich. Man spürt es auch, vor allem abends, wenn die Sonne untergegangen ist und man ohne Streit in eine ruhige Nacht hinein gehen kann und einen erholsamen Schlaf findet. Aber noch ist ja dieser Morgen ja nicht vorbei. Vielleicht haben Sie ein klärendes Gespräch vor sich. Gottes Segen und Kraft wünscht Ihnen dazu Ihr Pastor Rüdiger Schnurr aus Hilchenbach.

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