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Sonntagskirche | 17.09.2017 | 08:55 Uhr

Tag des Friedhofs

Als ob die Toten mit uns gingen

Heute ist der Tag des Friedhofs. Wie der Bund der deutschen Friedhofsgärtner diesen Tag mitten in den September legen konnte, und nicht in den November, das weiß ich auch nicht. Aber es ist ja so: Gestorben wird immer. Und manchmal denke ich:

Es wird zu viel gestorben. Im Mittelmeer und auf anderen Fluchtwegen, im Nahen Osten, bei Anschlägen im Westen wie in Barcelona.

Es wird zu früh und zu leidvoll gestorben, auch da, wo keine Gewalt, kein Krieg, keine Not im Spiel ist. Es tut weh, damit zu leben, dass es andere unvermittelt trifft, mitten aus dem Leben reißt, Familien und andere Bezüge nachhaltig verletzt.

Es nutzt nicht viel, das zu beklagen, außer dass Klagen hier und da sehr angemessen ist. Es ist wie es ist. Der Tod trifft selten auf glückliche Gesichter, schon gar nicht neben den Sterbebetten. Friedhofsminen sieht er da.

Was aber geht mit, wenn ein Mensch von uns gegangen ist? Was bleibt mehr, als das, was wir auf den Friedhöfen besuchen können?

Unsere Toten sind tot. Für mich gibt es kein Dazwischen, keine Geister, nicht mal Schutzengel, die unsichtbar durch unsere stoffliche Welt schweben. Vielleicht ist mir diese Vorstellung schon deswegen fremd, weil mich der Gedanke grausen lässt und mir den Schlaf rauben würde, wer wo unsichtbar rumsäuseln könnte. Und doch sind mir manche Menschen sehr nah die mir vor ihrem Tod viel bedeutet haben,. Das mag sich einfach in meinem Kopf abspielen. Wie das funktioniert, das ist mir egal. Das gibt es auch mit Lebenden, die ich lange nicht gesehen habe, oder die weit weg sind. Die sind manchmal, aus heiterem Himmel, sehr präsent. So ist das ebenfalls mit einigen Verstorbenen. Mit Worten oder Gesten, die für mich mit ihnen verbunden sind und die sich mir tief eingeprägt haben. Diese Momente rühren mich an, machen mich mal traurig, weil ich die Menschen vermisse, mal glücklich aus Dankbarkeit, dass ich mit ihnen gelebt habe. Es geht auch beides gleichzeitig: Traurig und glücklich.

Man sagt oft: Wir werden dich nie vergessen. Ich persönlich weiß, dass das so nicht stimmt. Ich vergesse sehr viel. Aber manches und manche eben überhaupt nicht.

Es ist für mich ein tröstlicher Gedanke, dass von vielen Menschen bei ihren Lieben das ein und andere Bild, manche Geste, bestimmte Worte und ein unverwechselbares Lachen sehr konkret präsent bleiben. Neben allem Schmerz, der bleibt, und dem Verblassen mancher Farben: Mein Leben wird durch diese Präsenz etwas vollständiger.

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