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Kirche in WDR 4 | 17.06.2021 | 08:55 Uhr

Für Gott offen bleiben

Guten Morgen,

seit gut 45 Jahren bin ich haupt- und ehrenamtlich in der Evangelischen Kirche unterwegs. Als ich anfing bei der Firma ‚Evangelisch‘ waren wir noch so richtig Volkskirche, und gefühlt machten alle mit. Heute sind alle Christinnen und Christen in Deutschland zusammen etwas weniger als die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Natürlich kenne ich die Zahlen, aber als Schulpfarrerin bin ich öfter gefragt. Schülerinnen und Schüler scheinen sich also etwas von mir zu versprechen, wenn sie mit mir über persönliche oder schulische Themen und Probleme reden wollen. Wenn bei Begegnungen jemand pauschal die Kirche kritisiert, dann sage ich schon mal: „Aber ich bin doch auch ‚die Kirche‘“. Die Antwort klingt immer ähnlich: „Aber Sie sind doch gar nicht so wie diese Kirchentypen.“ Ich entgegne: „Die Kirche, das ist auch die Frau, die sonntags vor der Kirchentür um Geld bettelt“. „Die Kirche, das ist auch die Wirtschaftsprüferin, die sich ehrenamtlich um die Finanzen kümmert oder der Mann, der das Abendmahl nach Hause gebracht bekommen muss, da er seine Wohnung nicht mehr verlassen kann. Die Kirche, das sind auch die vielen divers lebenden Menschen, jeweils mit ihren Begabungen und Sorgen.“ „Ach so, ja klar, hatte ich vergessen“, bekomme ich dann manchmal als Antwort. Aber die Kritik an der Kirche im Allgemeinen höre ich trotzdem immer wieder.

Hoffnung macht mir da ein Impuls der Evangelischen Kirche im Rheinland, der im Januar dieses Jahres verabschiedet worden ist. Da wird die Aufgabe der Kirche in der Gesellschaft – für alles Volk – so beschrieben. Die Kirche hält den Blick für Gott offen; trägt diesen Blickwinkel in die Gesellschaft ein. Sie ist also eine Art Lobbyistin – Interessenvertretung – für Gott. (1)

Der Apostel Paulus ist für mich der erste Lobbyist für Gottoffenheit. In seiner Rede auf dem Marktplatz in Athen tritt er öffentlich auf – und leidenschaftlich. Er erzählt von Jesus und von der Auferstehung, er erzählt von der Schöpfung, und dass Gott nicht in Tempeln wohnt, die mit Händen gemacht sind. Überzeugt ist er von seinem Glauben und redet mit Schwung. Gleichzeitig achtet er die Religionen der anderen, die er auf dem Marktplatz kennengelernt hat. Und verweist darauf, dass kein Bild Gottes Wesen fassen kann.

Der Erfolg ist mäßig. Einige lassen Paulus auflaufen, andere verabschieden sich elegant: „Wir wollen ein andermal mehr hören.“ Wieder andere fragen aber auch nach. Diskutieren mit ihm, wollen mehr wissen und sind neugierig geworden auf Gott. Ich freue mich, wenn meine Schülerinnen und Schüler offen sind für Gott. Wenn sie Fragen und Zweifel haben. Und die auch aussprechen. Im persönlichen Gespräch ist das leicht, in der Schule auch, aber in der Kirche fehlt vielen Menschen dazu oft der Mut. Das soll anders werden. Deshalb bereite ich gemeinsam mit anderen gerade ein Kirchencamp in Solingen vor. Pfingsten 2022 wollen wir in der Stadt und in den Kirchen mit Menschen ins Gespräch kommen. Herzliche Einladung schon jetzt, an alle Zweifler und Begeisterte, und an alle Neugierigen. Für Auswärtige wird es auch Übernachtungsmöglichkeiten geben.

 

Es grüßt Sie herzlich, Schulpfarrerin Gerlinde Anders aus Leverkusen.

 

(1) https://suche.ekir.de/?query=lobbyistin+der+gottoffenheit&referrerPageUrl=https%3A%2F%2Fwww2.ekir.de%2F, 

letzter Zugriff am 29.5.2021.

 

  

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

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