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Kirche in WDR 4 | 12.08.2021 | 08:55 Uhr

Wiederfinden

Autorin: Guten Morgen!

 

Geräusch: Schlüsselklimpern

 

Autorin: Er ist genau 91 Gramm schwer, hält vier einzelne Schlüssel zusammen, darunter Haustür, Büro, Briefkasten und Fahrrad. Mein Schlüsselbund. Wenn ich ihn in der Hand habe, klirrt er wie eine Handvoll Münzen. Ein löchriges Ledertäschchen hält die kleine Schlüsselfamilie zusammen. Ach ja, und – hab´ ich es schon gesagt? Er ist der kostbarste und schönste Schlüsselbund aller Zeiten!

Seit wann ich das weiß?

Tja, seit ich ihn verloren habe...

 

Vor ein paar Wochen war`s; da hab´ ich ihn nach einem Spaziergang nicht mehr finden können.

Dann ging die Suche los: Jeden Quadratzentimeter des Spazierwegs habe ich mit Argusaugen umgepflügt; dann nach zwei Tagen vergeblicher Suche: Anruf beim Fundbüro Üdorf und Nachfrage bei der Polizei. Nach einer Woche schließlich die Einsicht: Er ist jetzt wirklich weg. Ich muss mich wohl damit abfinden, ihn niemals wieder zu sehen.

 

„Verloren“: Das Wort hat seit der Pandemie Hochkonjunktur!

Oft höre ich wie Leute in Bezug auf Corona sagen „Das ist eine verlorene Zeit". Oder man hört von vielen, die ihre Arbeit oder den Kontakt zu ihren Lieben verloren haben. 2020 war sogar das Jugendwort des Jahres „lost". Verloren, verloren, verloren.

Aber was verloren gegangen ist, das kann auch wieder gefunden werden, denke ich.

Übrigens, wussten Sie, dass Gott von Anfang an auch auf der Suche ist?

In der Paradiesgeschichte versteckt sich der Mensch vor Gott zwischen den Bäumen im Garten Eden. Als Gott abends durch den Garten geht, ist das erste was Gott direkt zum Menschen sagt: Wo bist du?

Von Anfang an also - so sagt der Glaube - sucht Gott nach dem Menschen. So wertvoll ist er ihm, dass er nicht aufhört, nach ihm zu suchen.

 

Naja, was soll ich sagen: Letzte Woche öffne ich den Kofferraum meines Autos, und ich habe auf einmal so ein merkwürdiges Bauchgefühl, fühle am Rand der Matte noch einmal nach und: Da liegt er – mein Schlüsselbund!

Ein Augenblick, der irgendwie surreal war. Jetzt habe ich ihn wieder. Endlich! Im Innern habe ich nicht aufgegeben zu suchen.

 

 

Wie wertvoll muss der Mensch für Gott sein, - denke ich-, dass er jeden einzelnen Menschen so lange sucht und ihm nachgeht, bis der sich – vielleicht - finden lässt...

Und dann einfach Freude.

 

Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen, Ihre Pfarrerin Nicola Thomas-Landgrebe aus Köln Frechen

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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